Muttenz sorgt mit «Müllpolizei» für Ordnung

Muttenz kämpft gegen Lärm und Littering: Mit abendlichen Patrouillen von Polizei und Securitas will man das Problem an den «Hotspots» in den Griff bekommen.

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Birgit Günter

Überall Scherben - besonders nach Wochenenden bietet der Kinderspielplatz beim Muttenzer Breiteschulhaus manchmal ein übles Bild. Dazu kommt die Verletzungsgefahr für die Kinder. Und das Breiteschulhaus ist nicht der einzige «Hotspot»: Auch an anderen Orten im Siedlungsgebiet gibt es Probleme mit Littering, etwa im Holderstüdelipark.

Doch jetzt wird gehandelt. «Der Gemeinderat ist nicht mehr bereit, diese Sauerei hinzunehmen», heisst es von Seiten der Gemeinde. Per sofort sind nun Patrouillen der Polizei und der Securitas während der Abend- und Nachtstunden an den betreffenden Orten unterwegs, um dort für Ordnung zu sorgen. «Ziel ist, dass sich die Situation beruhigt», erklärt Gemeindeverwalter Urs Girod. «Das sind wir unseren Einwohnern schuldig.»

Die Kosten für die Securitas-Einsätze - ein paar tausend Franken - trägt die Gemeinde. Die Securitas-Leute haben eine direkte Verbindung zur Polizei und können allenfalls Unterstützung anfordern. Es handle sich aber keinesfalls um eine Art Bürgerwehr, verneint Girod bestimmt. Es herrsche in Muttenz auch keinesfalls eine Ausnahmesituation. Solche Probleme mit Lärm und Littering gehörten in den Sommermonaten eben zum Alltag in einer Gemeinde - und Muttenz versuche sie nun mit diesen Massnahmen in den Griff zu bekommen.

Jugendliche kontrollieren

Die erste Patrouille war bereits am vergangenen Wochenende unterwegs. «Es ist aber trotz Festwochenende relativ ruhig gewesen», berichtet Girod. Eine Intervention sei keine notwendig gewesen. Die Jugendlichen werden einerseits darauf aufmerksam gemacht, dass sie keine Flaschen wegwerfen sollen, andererseits wird auch ihr Alter kontrolliert. «Falls sich zeigt, dass sie noch gar keinen Alkohol trinken dürften, verfolgen wir zurück, woher sie den Alkohol haben, und wir wenden uns auch an die Eltern», sagt Girod.

Zusätzlich schickt die Gemeinde einen «Mister Littering» auf die Piste. Dafür wurde das Pensum des Bannwarts ausgeweitet. Der «Mister Littering» geht an den Wochenenden an die neuralgischen Orte und räumt auf, damit sicher keine Scherben mehr herumliegen. Wichtig sei, dass sich kein Kind verletze, so Girod. Insofern seien auch die zusätzlichen Kosten gerechtfertigt.

Die getroffenen Massnahmen werden nun ein paar Wochen aufrechterhalten. «Dann beurteilen wir, wie sich die Situation entwickelt hat», sagt der Gemeindeverwalter. Er ist überzeugt, dass man die Lage so in den Griff bekommen kann.