Es spreche einiges dafür, dass es sich um den Gesuchten Mittfünfziger handle, sagte Polizeisprecher Roland Scherscher in der Nacht zum Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa.

Da der in einem Geheimraum versteckte Körper zur Unkenntlichkeit verkohlt sei, könne nur eine DNA-Analyse Klarheit bringen. Dies könne einige Tage dauern, so Scherscher. Weitere Suchaktionen nach einem möglicherweise flüchtigen Täter seien nicht geplant.

Hunderte Einsatzkräfte hatten das Haus im Bezirk Melk am Dienstag umstellt, bis sie es gegen 18.30 Uhr mit der Hilfe von Panzern stürmten.

Eine Kontaktaufnahme der Sondereinheit mit H. hatte sich am Nachmittag laut lokalen Medien als schwierig gestaltet. Der Mann habe immer wieder Schüsse auf die Einsatzkräfte abgefeuert.

Sicherheit geht vor

Die Sondereinheit Cobra ging mit grösster Vorsicht vor. «Oberstes Gebot ist es, dass die Kollegen den Tag überleben», zitierte «oe24.at» Detlef Polay von der Cobra-Sondereinheit. H. sei ein «brutaler Mensch».

Die Durchsuchung dauerte Stunden. Durch begleitende Ermittlungsarbeit erfuhr die Polizei laut Sprecher von einem Versteck, dass nur durch eine Geheimtür zu erreichen war.

"Die Einsatzkräfte haben die Tür geöffnet und wollten in den Raum eindringen, im Raum selbst hat es aber gebrannt", sagte Scherscher. Der zuströmende Sauerstoff fachte die Flammen zusätzlich an. Als das Feuer gelöscht wurde, habe man die verbrannte Leiche entdeckt.

Aus fahrendem Auto Hirsche erschossen

Der Jäger und mutmassliche Wilderer hatte drei Polizisten und den Fahrer eines Rettungswagens erschossen, um seiner Festnahme zu entgehen. Der schwer Bewaffnete verschanzte sich nach seiner Tat auf einem Bauernhof bei Melk.

Der 55-jährige Alois H.

Der 55-jährige Alois H.

Am Anfang des Blutbades stand der Versuch der Polizei, einen brutalen Wilderer zu stellen: Dieser soll aus einem fahrenden Auto immer wieder Hirsche erschossen und ihnen dann den Kopf abgetrennt haben. Die Körper der Tiere liess er liegen. Eine Spezialeinheit der Polizei sollte den Tierquäler fassen.

Mit einer Polizeisperre sollte der Wilderer in der Nacht zum Dienstag in einem Wald bei Annaberg gestellt werden. Ob es sich bei dem verfolgten Schützen aber tatsächlich um den Wilderer handle, wollte die Polizei nicht bestätigen. Der Täter durchbrach mit seinem Wagen eine Strassensperre und eröffnete sofort das Feuer. Er traf einen Beamten der Sondereinheit Cobra, der später im Krankenhaus starb.

Flucht in den Wald

Der Täter verliess seinen kaputten Wagen und versteckte sich im Wald. Als ein Rettungswagen für den Verletzten eintraf, eröffnete er erneut das Feuer. Der Fahrer des Rettungswagens wurde tödlich getroffen, der zweite Cobra-Beamte verletzt.

Auf der Flucht zu Fuss kaperte der Jäger einen Streifenwagen, erschoss einen darin sitzenden Polizisten. Ob er dessen Kollegen als Geisel nimmt oder direkt erschoss, war zunächst unklar. Der Mann wurde später tot im Wagen in einer Scheune seines Hauses gefunden. Mit dem Streifenwagen flüchtete der Schütze zu seinem Bauernhof im rund 70 Kilometer entfernten Grosspriel bei Melk.

Dort verschanzte er sich und schoss immer wieder um sich. Am späten Nachmittag soll nochmals als letztes Lebenszeichen ein Schuss zu hören gewesen sein, berichtete die Polizei. Über ein mögliches Motiv des Mannes könne nur gerätselt werden, hiess es.

Schweigeminute im Parlament

Nach Berichten österreichischer Medien galt der Täter als Waffennarr, der auch Handgranaten besessen haben soll. Da der Mann eine Langfeuerwaffe besitze, habe man das Gebiet um das Haus weiträumig absperren müssen. Nachbarn wurden aus ihren Häusern geholt, sagte ein Polizeisprecher.

Österreich reagierte erschüttert auf die Tat: Das österreichische Parlament gedachte der Opfer in einer Schweigeminute. "Mein volles Mitgefühl und meine tief empfundene Anteilnahme gilt in diesen Stunden den Angehörigen und den Kolleginnen und Kollegen der zu Tode gekommenen Einsatzkräfte", sagte Bundeskanzler Werner Faymann.