Die Verteidiger stören sich daran, dass die Verhandlung unter dem Vorsitz von Richter Walter Wüthrich auf Deutsch geführt wird. Zudem stellen sie die Gültigkeit der 233 Seiten umfassenden Anklageschrift und die Zuständigkeit des Gerichtes in Frage.

Einer der Anwälte beantragte, den Prozess um fünf Monate zu verschieben. Ein anderer forderte die Rückerstattung der Kaution in der Höhe von 100 000 Franken, die sein Klient hinterlegen musste, um aus der U-Haft zu kommen.

Weiter kritisierten die Verteidiger die Anklageschrift heftig. Das 233 Seiten und 1649 Fussnoten umfassende Dokument sei eine Zumutung. Die Bundesanwaltschaft (BA) müsse nochmals über die Bücher. Einer der Verteidiger bezeichnete die Anklageschrift als "Kriminalroman". Die Vorwürfe der BA seien vage und pauschal.

Der Bundesstaatsanwalt Adrian Ettwein warf den Verteidigern Rechtsmissbrauch vor. Sie würden versuchen, das Verfahren zu verzögern.

Die neun Angeklagten - vier Schweizer, drei Italiener, ein Spanier und ein Franzose - werden der Geldwäscherei und der Unterstützung einer kriminellen Organisation beschuldigt. Sie sollen zwischen 1994 und 2001 am Schmuggel von 215 Millionen Stangen Zigaretten von Montenegro nach Italien beteiligt gewesen sein.

Über die im Tessin ansässige Wechselstube eines der Angeklagten soll der Erlös aus dem Zigarettenschmuggel in den legalen Finanzkreislauf eingeschleust und später für den Ankauf von Zigaretten aus Zollfreilagern verwendet worden sein, behauptet die Anklage.

Über inhaltliche Fragen wird das Gericht erst in einer zweiten Phase verhandeln. Der eigentliche Prozess soll dann am 4. Mai beginnen und - mit Unterbrüchen - bis am 19. Juni dauern.