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Muss McDonald's-Leiter wegen sexueller Belästigung gehen?

Der Filialleiter der McDonald's-Restaurants in Suhr und Aarau nimmt den Hut. Vor rund vier Monaten hatte ihn das Bundesgericht wegen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz verurteilt. McDonald's aber sagt, dass die Kündigung nichts damit zu tun habe.

Man habe sich in gegenseitigem Einverständnis getrennt, sagt Nicole Schöwel, Kommunikationsverantwortliche von McDonald's Schweiz gegenüber «Radio 32». Der Grund liege in «unterschiedlichen Auffassungen über die strategische Führung der beiden Restaurants» und habe mit dem Urteil des Bundesgerichts nichts zu tun.

Was ein Filialleiter einer grossen US-Kette für strategische Fragen wälzen soll, ist Fachleuten allerdings ein Rätsel.

Vor rund vier Monaten hatte das Bundesgericht ein Urteil des Aargauer Obergerichts bestätigt, das den Leiter der Restaurants wegen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz schuldig gesprochen hatte. Er musste einer Angestellten von McDonald's in Suhr 1500 Franken Entschädigung bezahlen.

Damals äusserte sich der Verurteilte so: «Ich bin seit 14 Jahren Leiter der Filialen - ich wüsste nicht, welche Folgen dieses Urteil auf meine Stelle haben sollte.» McDonald's sagte damals, man kläre ab, ob das Urteil Konsequenzen haben werde.

Bleibt also fraglich, ob das Gerichtsurteil nicht in irgendeiner Form beim Entscheid mitgespielt hat, sich von dem Filialleiter zu trennen. Nicole Schöwel dazu: «Bei diesem Fall ging immer um die Privatperson. McDonald's war am Prozess nie beteiligt und deswegen hat die Trennung nichts damit zu tun.» Der Leiter wird noch bis Ende März Leiter der beiden Filialen bleiben.

Es ist nicht der erste Fall von sexuellen Übergriffen bei der US-Fastfoodkette. 2003 musste der damalige Schweiz-Chef Waldemar Nuvall das Unternehmen wegen Übergriffen verlassen. McDonald's hatte bereits damals über Wochen eine kommunikativen Eiertanz aufgeführt, bevor Nuvall geschasst wurde. Und dies obwohl Nuvall die Mitarbeiterinnen vor den Augen mehrerer Zeugen belästigt hatte. (dge/rsn)

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