Mordprozess

Muotathaler Familiendrama wird ein zweites Mal aufgerollt

Blumen und Zeichnungen liegen nach der schrecklichen Tat im Schulhaus in Ried (Bild: 14. April 2008)

Blumen und Zeichnungen liegen nach der schrecklichen Tat im Schulhaus in Ried (Bild: 14. April 2008)

Vor dem Kantonsgericht Schwyz hat in zweiter Instanz der Prozess im Mordfall Muotathal von 2008 begonnen. Der Haupttäter war im letzten Jahr vom Jugendgericht des zweifachen Mordes schuldig gesprochen worden. Er wehrt sich jetzt gegen den Mordvorwurf.

Das Muotathaler Familiendrama ereignete sich in der Nacht auf den 12. April 2008. Der Täter tötete damals seine 39-jährige Stiefmutter und seinen 13-jährigen Stiefbruder mit mehreren Messerstichen. Danach griff er den leiblichen Vater an und verletzte diesen leicht.

Im August 2009 war der Täter vom Jugendgericht des mehrfachen Mordes und des versuchten mehrfachen Mordes schuldig gesprochen und zu einer bedingten Gefängnisstrafe von neun Monaten verurteilt worden.

Jetzt versucht die Verteidigung, eine Verurteilung wegen vorsätzlicher Tötung und versuchter vorsätzlicher Tötung zu erreichen. Zurzeit ist der im 18. Lebensjahr stehende Täter in einem Jugendheim untergebracht, wo er eine Kochlehre begonnen hat. Zudem macht er eine Therapie.

Er habe keine Erinnerung an sein Empfinden während der Tat, sagte der Angeklagte. Darum könne er den Vorwurf der Kaltblütigkeit nicht nachvollziehen. "Ich sehe nur ein schwarzes Bild. Ich weiss nicht, was passiert ist", sagte er.

Der Staatsanwalt fordert eine Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils. Die Urteile des Schwyzer Kantonsgerichts sind frühestens nächste Woche zu erwarten.

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