Muff mauerte in Moskau, bevor er nach Baden kam

Es ist kurz vor acht am Morgen. Das Thermometer zeigt minus sieben Grad an. Werkhofmitarbeiter Markus Muff und Thomas Moser sind in Baden unterwegs, um gefrorene Strassenbeläge zu salzen.

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Muff

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Stadtanzeiger Baden

Melanie Bär

«Wir kennen die heiklen Stellen in Baden, beispielsweise die Siggenthaler Brücke, Rütistrasse, Kennelgasse, Bahnübergänge oder exponierte Stellen», sagt Markus Muff. Doch an diesem Morgen ist die Strassensituation entspannt: Trotz Kälte ist es trocken. Es hat sich nur wenig Glatteis gebildet. Das bedeutet für die Männer vom Werkhof «ausschlafen». Der Dienst beginnt erst um 7 Uhr.
Nicht so, wenn es schneit. Bis zu 30 Männer rücken dann zwischen 3 und 5 Uhr aus. Die Hälfte der Männer sind mit Fahrzeugen unterwegs, um zuerst Hauptverkehrsstrassen, dann Quartierstrassen und schliesslich die restlichen Flächen von den Schneemassen zu befreien. Die anderen Männer schaufeln in Handarbeit Treppen, Bushaltestellen und alle anderen Flächen frei, die nicht maschinell vom Schnee befreit werden können. Nur auf Kies- oder Waldwegen darf der Schnee liegen bleiben.

Pro winterSaison werden auf Badens Strassen zwischen 80 und 400 Tonnen Salz gestreut. «Zu Salzengpässen wird es nicht mehr kommen, der Lieferant hat sein Lager vergrössert», sagt Werkhofleiter Thomas Stirnemann. Nicht gesalzen werden ebene Quartierstrassen.
Die Arbeitstage der Werkhofmitarbeiter können an eisigen oder schneereichen Tagen lange sein. Muff bestätigt: «An einem Tag habe ich 16 Stunden Schnee geräumt.» Trotz dieses Mehreinsatzes kommt es während des Winterdienstes am häufigsten zu Reklamationen im Werkhof, sagt Stirne-mann: «Die einen möchten, dass der Schnee liegen gelassen wird, die anderen verlangen, dass ihre Quartierstrasse zuerst geräumt wird, und die Dritten stören sich an den Schneemaden, die wir verursachen.»
Diesen Missmut bekommen dann auch die Frontmänner zu hören. «Da schickt man sich halt einfach drein. Jede Arbeit hat zwei Seiten», sagt Muff gelassen. Die Arbeit tauschen möchte er mit niemandem. «Baden ist für mich wie mein eigenes Haus. Ich weiss, was zu tun ist, um dessen Umschwung zu pflegen und zu unterhalten.»

Als Maurer und Kranführer war der 46-Jährige früher nicht nur in der ganzen Schweiz, sondern auch im Ausland unterwegs. «Ich habe auf vielen Baustellen und mit Menschen verschiedenster Nationalitäten gearbeitet.» Bis nach Moskau hat ihn seine Arbeit gebracht, wo er im Innenausbau tätig war.
Vor 15 Jahren ist er durch die Arbeit im Badener Werkhof sesshaft geworden. Mittlerweile mit Frau, zwei Kindern, Hund und Katze. «Mir gefällt die familiäre Atmosphäre im Werkhof und das selbstständige Arbeiten in der Natur.» Als stellvertretender Leiter des Teams Strassenunterhalt/Stadtreinigung weiss er mittlerweile ganz genau, was wo zu tun ist. Nicht nur im Winter, wenn es schneit.