Movi-Menti verzögert, aber nicht erstarrt

Movi-Menti verzögert, aber nicht erstarrt

Movi-Menti verzögert, aber nicht erstarrt

Das Zentrum für Bewegung in Aarau hat die Baubewilligung für den weiteren Ausbau der SBB-Werkstätte erhalten. Die erste Etappe des Umbaus der ehemaligen Lagerhalle ist fast abgeschlossen, nun folgt die zweite.

Roman Schenkel

Christian Egger, Initiant des Bewegungszentrums Movi-Menti, wuchtet bereits am Montagmorgen Gipsplatten für das Abdecken der Wände in den 1. Stock der ehemaligen Lagerhalle: «Den grössten Anteil der Arbeiten haben wir selber gemacht. Es sind schon über 3000 Arbeitsstunden, die wir in den letzten zwei Jahren für das Movi-Menti geleistet haben», erzählt er.

Und es werden noch mehr, denn: Das Movi-Menti hat letzten Freitag die Baubewilligung für die zweite Ausbauetappe erhalten. «Ich bin sehr erleichtert, dass die Bewilligung nun endlich eingetroffen ist», so Egger. Nun können sie weiterfahren, aus der Fabrikhalle ein Gebäude für Bewegung zu schaffen.

Der erste Teil ist bereits weit fortgeschritten. Stolz zeigt Egger den grossen Kursraum. Der Raum ist hell und hoch: «Wir haben die Decke herausgerissen, der Raum reicht jetzt bis unters Dach.» Nun fehlt nur noch das Tanzparkett, dann können die Tänzerinnen und Tänzer des Tangovereins, der sich eingemietet hat, erst richtig loslegen.

Auf dem gleichen Stockwerk entstehen zwei weitere Kursräume. Selbst die Garderoben, Duschen und Toiletten haben Christian Egger und sein Team – «ein halbes Dutzend Personen» – in Eigenregie eingebaut.

Hohe bauliche Anforderungen

Der Zeitplan des Umbaus ist wegen der strengen baulichen Vorgaben verzögert worden. «Ursprünglich wollten wir schrittweise umbauen, die Vorgaben zwangen uns aber, zuerst das Dach und die Aussenwände des ganzen Gebäudes zu isolieren.»

Kurz vor Weihnachten war dies geschafft, dann endlich konnte das Gebäude wieder geheizt werden. «Im letzten Winter war die Lage ziemlich prekär», so Egger – jetzt im T-Shirt. Der 44-jährige Lenzburger hat während der Arbeiten die Geduld nicht verloren. Manchmal frage er sich aber schon, wohin all diese Vorschriften noch führen: «Die komplexen Vorgaben sind die Kehrseite unseres hohen Lebensstandards. Etwas Einfaches zu bauen, ist heutzutage unmöglich.»

Theater zog sich zurück

Im Estrich, für dessen Ausbau nun die Baubewilligung vorliegt, wird ein Raum für Theater gebaut. «Leider hat sich aber die Leiterin des Theaters Colombina aus privaten Gründen zurückgezogen», sagt Egger. Die Theaterleiterin wollte den Raum anderen Kulturschaffenden vermieten. «Gebaut wird der Raum sowieso, ich bin sicher, wir finden eine Nutzung dafür», so Egger.

Meistgesehen

Artboard 1