Möriken hat seine Brücke wieder

Vor 27 Monaten hat die Hochwasser führende Bünz in Möriken eine Brücke mitgerissen. Am Mittwoch konnte der neue Übergang montiert werden. Der Spazierweg vom Steindler ins Oberdorf ist ab Ende Monat trockenen Fusses begehbar

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Brücke Möriken

Brücke Möriken

Aargauer Zeitung

Toni Widmer

Update

Die Bünz-Aue in den Möriker Mosimatten entstand nach den Überschwemmungen von 1999. Die Bünz hatte damals mehrere Hektaren Land unter Wasser gesetzt. Unter Federführung des Kantons wurde beschlossen, den Fluss in diesem Gebiet künftig gewähren zu lassen. Den Bauern wurde für ihr Kulturland Realersatz geboten und der Bünz die Möglichkeit geschaffen, sich auszubreiten. Bei einem weiteren Hochwasser, im August 2007, hat das Flüsschen seine Freiheit jedoch stark missbraucht. Durch die Fluten wurden die Kanalisationsleitung Othmarsingen-Wildegg beschädigt, ein weiterer Abwasserkanal, eine Gas- und zwei Stromleitungen gefährdet sowie die Brücke des beliebten Spazierwegs vom Steindler ins Möriker Oberdorf zerstört. Den Wiederaufbau wollte der Kanton aus Gründen des Auenschutzes vorerst nicht erlauben, gab dann aber dem Druck der Gemeinde nach. (to)

Nicht technische oder finanzielle Gründe waren ausschlaggebend dafür, dass der beliebte Spazierweg vom Möriker Steindler ins Oberdorf über zwei Jahre lang nicht mehr trockenen Fusses begangen werden konnte. Der Gemeinderat hätte die am 9. August 2007 vom Bünzhochwasser weggespülte Brücke nur zu gerne sofort ersetzt. Doch die zuständigen Stellen im Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons blockierten das Vorhaben über Monate. Aus Rücksicht auf die nach den Unwettern von 1999 entstandene Bünz-Aue wurde der Wiederaufbau vorerst überhaupt infrage gestellt. Später präsentierte der Kanton visionäre Hängebrücken-Projekte, welche den finanziellen Rahmen der Gemeinde weit überstiegen.

Befriedigende Lösung gefunden

Nach langen Verhandlungen konnte schliesslich eine allseits befriedigende Lösung gefunden worden. Geplant worden ist die neue, rund 31 Meter lange Fussgängerbrücke vom Aarauer Ingenieurbüro Stauffer, die Gesamtverantwortung für die Realisierung lag beim Lenzburger Baugeschäft Max Fischer. Der neue Übergang ist rund 31 Meter lang und basiert auf einer von der Lenzburger Firma Wülser erstellten freitragenden Stahlkonstruktion. Sie ist in Lenzburg in zwei Teilen vorgefertigt und am Mittwoch an der Bünz zusammengeschraubt worden.

Die Konstruktion ruht auf Widerlagern, die links und rechts der Bünz auf Stahlbetonpfählen erstellt wurden, welche ihrerseits 10 Meter tief im Boden verankert sind. «Diese Brücke dürfte auch extremen Bünz-Hochwassern trotzen können», ist Ingenieur Jörg Stauffer überzeugt. In den nächsten Tagen werden die Stahlträger mit Holzbohlen belegt, weiter wird noch ein Metallgeländer montiert. Bis Ende Monat soll das Werk fertig und die Fussweglücke endlich wieder geschlossen sein.

Die Kosten für die neue Brücke werden auf rund 400 000 Franken veranschlagt. Daran beteiligen sich Bund und Kanton mit je 120 000 Franken, den Rest muss die Gemeinde Möriken-Wildegg übernehmen.