Dialog: Vergängliche Kunst am Körper
Möriken hat einen Weltmeister

Fredi Schmid ist es. Der Möriker hat sich am World Bodypainting Festival im österreichischen Seeboden gegen 200 andere Künstler durchgesetzt. In der Kategorie UV-Effekte wurde er Weltmeister.

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Vergängliche Kunst am Körper
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Vergängliche Kunst am Körper

Hanny Dorer

Zwei Strichmännchen tanzen auf der schwarzen Bühne, langsam löst sich aus der Dunkelheit eine schillernde Figur und bewegt sich zu rassiger Musik: Das von Fredi Schmid und seiner Partnerin Petra Tronser mit fluoreszierenden Farben bemalte Modell wird durch UV-Licht zum Leuchten gebracht.

«Die Jury war so begeistert, dass ihre Mitglieder mittanzten», blickt Schmid zurück. Die perfekte Mischung von Farben, Show und Musik erhielt denn auch Bestnoten (215 Punkte) und distanzierte die Zweitplatzierten glatt um 54 Punkte. Bewertet wurde dabei nicht nur das Painting, sondern auch die Show als solche.

Für Fredi Schmid ist dies nach 2003 bereits der zweite Weltmeistertitel; 2007 reichte es immerhin zum Vizeweltmeister.

Eine brotlose Kunst

Leben kann Fredi Schmid von seiner Bodypainting-Kunst allerdings nicht. Hauptberuflich ist er Coiffeurmeister und führt zusammen mit seiner Frau Lisa ein Geschäft in Möriken. Daneben betätigt er sich aber mit Leidenschaft als Visagist mit Schwergewicht auf Bodypainting. Aus einem anfänglichen Hobby wurde mit der Zeit eine anspruchsvolle Beschäftigung. «Seit 1994 habe ich für verschiedene Anlässe über 500 Modelle bemalt, meistens als ‹dance-animations› in Clubs oder ‹live-paintings› an Veranstaltungen oder Messen», erzählt er.

Wen wunderts, dass er seine Ferien jeweils dem Bodypainting widmet. Nach der Teilnahme am World Bodypainting Festival nahm er diesen Sommer am International Bodypainting Festival Germany in Bingen teil, dort aber als Jurymitglied.

«Die Bodypainter sind wie eine grosse Familie», schwärmt er. «Man lernt immer wieder andere Techniken kennen und knüpft neue Kontakte.» Diesmal lernte er den Chef Maskenbildner des Stadttheaters Mainz kennen, der ihn prompt zu einer Schnupperausbildung einlud. «Ich freue mich riesig auf diese ein bis zwei Wochen», strahlt Schmid. Nicht zuletzt wird diese Erfahrung auch der Möriker Operette zugut kommen, wo Fredi Schmid jeweils mit seinem Team für die Maske verantwortlich ist.

Nur als Fotografie erhalten

Während andere Künstler ihre Werke aufbewahren oder verkaufen können, leben die Kreationen von Fredi Schmid nur als Fotografie weiter. Spätestens mit der ersten Dusche des Modells verschwindet die ganze bunte Pracht im Abfluss.

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