Fleischmesser
Mordfall Wohlen: Ehemann stach zu

Beziehungsdelikt in Wohlen: Das Motiv der Bluttat ist noch nicht geklärt. Klar ist nur: Reto C. tötete erst seine 25-jährige Frau mit einem Fleischmesser – und dann sich selbst.

Merken
Drucken
Teilen

Michael Spillmann

Die Leichen des 29-jährigen Schweizers Reto C. und seiner 25-jährigen deutschen Ehefrau Luise wurden im Institut für Rechtsmedizin untersucht. Die Polizei machte den schrecklichen Fund am vergangenen Freitag, nach 16 Uhr, in der Mehrfamilienhauswohnung an der Wilstrasse in Wohlen. Dies, nachdem der Vater des 29-Jährigen die Polizei benachrichtigt und seine Besorgnis darüber geäussert hatte, dass sein Sohn nicht auf Anrufe aufs Handy und auf das Klingeln an der Wohnungstür reagiere. Die Polizei drang danach gewaltsam in die Wohnung ein.

15 Zentimeter lange Klinge

Was sich in der Wohnung zur Tatzeit genau abspielte und ob dem brutalen Beziehungsdrama ein Streit oder ein Kampf vorausging, ist noch nicht geklärt. Nachbarn berichteten, dass sie in der Nacht auf Freitag Schreie gehört hätten. Da das Paar aber oft gestritten habe, sei dies auch nichts Aussergewöhnliches gewesen. Die Polizei alarmiert hat niemand. Doch in Warheit spielte sich in der Wohnung ein Drama ab. Der 29-jährige Firmenkundeberater holte sich offenbar im Streit in der Küche ein 15 Zentimeter langes Fleischmesser und stach seiner jüngeren Ehefrau mehrmals in Brust und Rücken. Danach brachte er sich selber um - mit dem gleichen Messer.

Das Motiv des 29-Jährigen für die Bluttat ist noch unklar. Die Ermittler der Kantonspolizei wollen nun mit Befragungen im Umfeld des Ehepaars Klärung bringen. «Es kann sein, dass es nie restlos geklärt wird», erklärt Kapo-Sprecher Bernhard Graser. Ausschliessen kann die Polizei aber, dass eine Drittperson beteiligt war und dass eine Schusswaffe zum Einsatz kam.