Der Journalist und Sprecher der Familie von Nicky Verstappen schrieb bei Twitter, der mutmassliche Täter sei in der Nähe von Barcelona gefasst worden. Die Familie sei "sehr erleichtert". "Es wird Gerechtigkeit geben", fügte er hinzu.

Die Polizei hatte erst am Mittwoch erklärt, in dem Fall einen Verdächtigen ermittelt zu haben und nach dem 55-Jährigen zu fahnden. Die Festnahme am Sonntag gelang nach Angaben der Ermittler mit Hilfe eines Zeugen, der den Mann, Jos B., in den vergangenen Tagen auf einem Foto in den Medien erkannt habe. Die Ermittler lobten die Zusammenarbeit mit der spanischen Polizei.

Die spanische Polizei zeigt auf Twitter ein Video von der Festnahme von Jos B.

Eins als Zeuge aufgetreten

Der gefasste Mann soll den Elfjährigen im August 1998 sexuell missbraucht und dann ermordet haben. Das Kind war damals aus einem Sommercamp im Naturschutzgebiet Brunssummerheide an der deutschen Grenze entführt und einen Tag später getötet aufgefunden worden. Mithilfe von Spuren an der Leiche und modernen Technologien konnte erst 2008 ein DNA-Profil des Täters erstellt werden.

Auf Jos B. wurden die Ermittler aufmerksam, nachdem er einem mehrmaligen Aufruf zur freiwilligen Abgabe von DNA-Proben für einen Massentest nicht nachgekommen war. An diesem  hatten sich im Februar und März rund 15'000 Männer beteiligt. Der Verdächtige hatte nach dem Mord im Jahr 1998 als Zeuge ausgesagt. Damals war er allerdings noch als unbeteiligter Passant eingestuft worden.

Als die Ermittler den 55-Jährigen in Frühling zur Rede stellen wollten, war er verschwunden. Im April meldete dann allerdings die Familie den Verdächtigen als vermisst. Der Mann tauchte demnach nicht wieder auf, nachdem er nach eigener Aussage zu einem Spaziergang in den Vogesen aufgebrochen war - in dem ostfranzösischen Gebirge besitzt er eine Hütte. Dort sicherte die Polizei DNA-Spuren des Mannes, der früher bei den Pfadfindern arbeitete. Diese Spuren glichen die Ermittler mit dem DNA-Profil des mutmasslichen Täters ab - die Proben stimmten überein. (sda/pz)