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Mord beim Mondmilchgubel

Mord beim Mondmilchgubel

Mord beim Mondmilchgubel

Mona Bodenmann hat vor wenigen Tagen ihren druckfrischen zweiten Kriminalroman «Mondmilchgubel» an einer Buchtaufe vorgestellt. Die in Niederlenz gross gewordene Schriftstellerin holt sich die Inspiration für ihre kreative Schreibarbeit vor allem in der Natur.

Thomas Bucher

Alles begann mit einem Wanderführer über die Region Zürich, auf den Mona Bodenmann zufällig gestossen war. Die Wanderung führte sie in eine abgelegene Gegend im Zürcher Oberland, unweit der Grenze zum Sankt-Gallischen. Ein plätschernder Wasserfall, eine Höhle – dann urplötzlich das unheimliche Kreischen eines Raubvogels. Bodenmann fiel es wie Schuppen von den Augen: Die Leiche in ihrem nächsten Buch sollte exakt an jenem geheimnisvollen Ort zu liegen kommen, welcher der Autorin einen derartigen Schrecken eingejagt hatte: beim Mondmilchgubel.

Wurzeln liefern die Inspiration

«Ich habe mich nicht mehr getraut, allein dorthin zurückzukehren, seit ich den Prolog zu meinem neuen Buch verfasst habe», gesteht Mona Bodenmann in einer Mischung aus Faszination und Angst. Der Mondmilchgubel lieferte denn auch den Namen zu ihrem zweiten Krimi, der jetzt im süddeutschen Gmeiner-Verlag erschienen ist.

Nicht von ungefähr spielt ihr Roman in der Natur: «Meinen Bezug zur Natur hat mir meine Mutter mitgegeben», sagt Bodenmann, die bis zum Ende der Oberstufe in Niederlenz wohnte. «Meine Vorliebe für Geschichten und fürs eigene Schreiben habe ich von meinem Vater mitbekommen.» Bodenmanns Vater, ein Appenzeller, pflegte seinen vier Kindern unheimliche Sagen und Märchen zu erzählen, die er auch oft mit eigenen Eingebungen ausschmückte.

Teilzeitjob war Chance

Als Mona Bodenmann eine 60-Prozent-Stelle in Zürich antrat, war für sie klar: «Das ist eine einmalige Chance, meine Freizeit fürs Schreiben einsetzen zu können.» Seither verbringt sie die freien Wochentage gerne schreibend, hat sich doch neben den zwei veröffentlichten Krimis drei weitere Romane mit ihrem Laptop aufs Papier gebracht.

Obschon Bodenmann schon längst nicht mehr in Niederlenz wohnt, ist sie dort hin und wieder bei ihren Eltern zu Besuch. Zehn Jahre lang verbrachte sie die Wochenenden im Wohnwagen in Flüelen mit Windsurfen und Schreiben. Am Urnersee schöpfte sie Energie für ihren ersten Krimi, «Tod einer Internatsschülerin». Bodenmann, die selbst in Freiburg in einem Internat gewesen war, verarbeitete darin den tragischen Tod einer Mitschülerin: «Der erste Krimi hat ganz klar autobiografische Züge», so Bodenmann. Jetzt hat das Schreiben für sie keinen therapeutischen Effekt mehr.

Ihr neues Buch sei frei erfunden, nur die darin erwähnten Orte seien reell. «Es würde sich wohl niemand freuen, wenn er plötzlich als Mörder in meinem Buch erscheinen würde», scherzt die heute in Küsnacht ZH wohnende Autorin. In ihrer alten Heimat hat sie noch keine Lesung gehalten: Wahrscheinlich würde sich der eine oder andere im Dorf an die einstige Gewinnerin des «Schnellsten Niederlenzer»-Wettkampfes erinnern.

«Tatort»-Wanderung

Am 29. Mai organisiert Mona Bodenmann gemeinsam mit dem Dorfchronisten und der
Bibliothekarin von Wald eine
Exkursion durch das Sagen-
raintobel zum Mondmilchgubel.
Interessierte können sich bei monab@vtxmail.ch oder unter 0794013784 melden.

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