Generation Z
Moderatorin Gülsha: «Hätte locker 30 werden können ohne Alkohol»

Rauchen, trinken und kiffen ist bei den Jugendlichen Out. Dies zeigt eine Studie der Stiftung Sucht Schweiz. «Joiz»-Moderatorin Gülsha Adilji (30) verrät, was sie schon alles ausprobierte und wieso die Jugendlichen heute so kreativ sind wie noch nie.

Stefanie Suter
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«Joiz»-Moderatorin Gülsha Adilji (30): «Wenn man nicht kifft, trinkt oder raucht, ist man nicht langweilig.»

«Joiz»-Moderatorin Gülsha Adilji (30): «Wenn man nicht kifft, trinkt oder raucht, ist man nicht langweilig.»

AZ

Eine Studie zeigt: Noch nie haben Schüler in den letzten dreissig Jahren so wenig geraucht, getrunken und gekifft wie aktuell. Was haben Sie schon alles ausprobiert?

Gülsha Adilji: Ich bin auf dem Land aufgewachsen. Drogen waren kein Thema. Dort trinkt man als Jugendlicher Pesca Frizz. Bei einer Freundin zu Hause probierten wir das als Oberstufenschülerinnen aus. Nach einem Glas waren wir schon dicht. Es war lustig und ich musste nachher mit dem Velo ganz langsam nach Hause fahren. Zu einem Ritual wurden diese Pesca-Frizz-Nachmittage aber nicht – es war nicht so spannend und viel zu teuer.

Auf den Putz hauen, seine Grenzen spüren – gehören solche Erfahrungen nicht zum Leben dazu?

Dieser Pesca-Frizz-Rausch hat nichts in meinem Leben geändert. Ich hätte locker 30 werden können ohne Alkohol. Es gibt aber durchaus Erfahrungen, die das Leben bereichern, beispielsweise Liebeskummer. Das muss man mal erlebt haben – Alkohol, Rauchen und Kiffen fallen aber nicht in diese Kategorie.

Böse Zungen behaupten, die heutigen Jugendlichen sind langweiliger geworden. Stimmt das?

Im Gegenteil: Die Jugendlichen sind so kreativ wie schon lange nicht mehr. Wenn man nicht kifft, trinkt oder raucht, ist man nicht langweilig. Man kann die Zeit dazu nutzen, Neues zu erschaffen. Das machen die jungen Leute heute beispielsweise mit den Smartphones. Sie machen überall Videos oder coole Fotos und teilen sie dann in einer virtuellen Galerie auf Instagram mit der ganzen Welt.

Auf solchen Social-Media-Portalen wie Instagram oder Facebook werden die Jugendlichen ständig mit Bildern von schlanken Models und Muskelpaketen konfrontiert. Erhöht das nicht den Druck, so dünn und schön wie möglich zu sein, um mithalten zu können?

Auf Instagram erlebe ich persönlich, dass sich die Fotos mit den gestählten Körpern meist motivierend auswirken. Die Nutzer zeigen Bilder, auf denen sie zuerst ungesund und dick aussehen, beschreiben dann, welche Diäten sie ausprobieren und was sie essen. Am Schluss posten sie das «Nachher-Foto». Das sind häufig keine Magersüchtigen-Fotos, sondern Bilder von schlanken und gesunden Menschen, die ein gutes Verhältnis zu ihrem Körper haben.

Lesen Sie hier den Artikel über die aktuelle Studie zum Konsum von Alkohol, Zigaretten und Cannabis der Schweizer Jugendlichen.