Yen Duong

Diese Tat schreckt auf: Ein 24-jähriger Mann wurde am Mittwoch um 14.30 Uhr an der Tramhaltestelle Universität in Basel von einem unbekannten Mann spitalreif geprügelt. Zuvor wurde der 24-Jährige vom Täter angepöbelt. Das spätere Opfer reagierte nicht auf die Provokationen und ging weiter. Darauf attackierte der Angreifer den jungen Mann von hinten und schlug ihn nieder. Das Opfer habe kurzzeitig das Bewusstsein verloren und eine Augenverletzung sowie einen Jochbeinbruch erlitten, teilte die Staatsanwaltschaft (Stawa) Basel-Stadt mit.

Nach dem Angriff flüchtete der Täter mit einem Fahrrad in Richtung Spalentor. Der Verletzte wurde von seinem Begleiter in die Notfallstation gebracht, erst von dort aus wurde die Polizei alarmiert. Die eingeleitete Fahndung nach dem Täter verlief erfolglos. Die Stawa sucht nun einen etwa 170 Zentimeter grossen Mann mit Dreitagebart. Der Mann trug blaue Kleider und führte ein silberfarbenes Fahrrad mit sich. Der Täter dürfte Ostschweizer-Dialekt gesprochen haben.

«Richtig reagiert»

«Da die Tat am helllichten Tag geschehen ist, hoffen wir, dass viele Personen sie gesehen haben», sagt Stawa-Sprecher Markus Melzl. Eingegriffen habe aber niemand - das Ganze sei sehr schnell geschehen, erklärt Melzl weiter. Das Opfer müsse wegen des Angriffs noch am Auge operiert werden. Es werde aber keine bleibenden Schäden davon tragen. «Es kommt sehr selten vor, dass eine Person angegriffen wird, weil sie nicht auf eine verbale Provokation reagiert», sagt Melzl. Der Mann habe völlig richtig gehandelt.

Dies findet auch Urs Rohrbach vom Institut für Gewaltberatung Basel. «Nicht auf Provokationen zu reagieren, ist absolut korrekt», sagt er. Manchmal handle man richtig, habe aber trotzdem keine Chancen. Denn wenn der Täter Lust habe, dreinzuschlagen, sei man dagegen leider machtlos, erklärt der Gewaltberater.

Rohrbach empfiehlt allen, die in eine solche Situation geraten, den Blickkontakt zu vermeiden und nicht auf die verbale Provokationen einzugehen. Kommt es trotzdem zu einem Angriff, sollte man laut schreien. Wenn das nicht geht und eine Begleitperson dabei ist, sollte diese laut schreien.
Braucht man Hilfe, rät Rohrbach, andere Anwesende direkt anzusprechen. Zum Beispiel: «Du da mit dem blauen Pulli...» Denn viele würden erstarren, wenn sie einen gewaltsamen Angriff miterleben. Sie greifen nicht ein und kommen auch nicht auf die Idee, selber Hilfe zu holen.