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Mitarbeiter klauten Geräte für 300 000 Franken aus Wohler Materiallager

Drei Angestellte haben das Materiallager geplündert (Symbolbild)

Drei Angestellte haben das Materiallager geplündert (Symbolbild)

Auf solche Mitarbeiter kann man verzichten: Drei Angestellte einer Wohler Firma beraubten das eigene Unternehmen. Sie stahlen Geräte für 300 000 Franken aus dem Lager.

Jörg Baumann

Die Diebe mussten keine grossen Kniffe anwenden, um die Geräte aus der Veranstaltungstechnikfirma zu schaffen. Die Alarmanlage konnten sie ausschalten, indem sie einfach die Batterie entfernten. Auch die Eingangstür zum Lager liess sich simpel manipulieren. So konnten die Einbrecher eines Nachts ungehindert und unbeobachtet ihren Coup durchziehen.

Teamleiter war der Drahtzieher

Die Lagerbuchhaltung des Unternehmens habe zur Tatzeit angeblich nicht gestimmt, machten die Täter geltend. Das nützten die Angeklagten zu ihrem Vorteil aus. Angezettelt hatte den Diebstahl ein Teamleiter in der Logistikabteilung der Firma. Zwei Kollegen machten beim Deal mit. Einer stieg später aus, weil ihm die Sache zu heiss geworden war. Ohne zu zögern, übernahm sein Arbeitskollege den Job.

Der Coup flog erst auf, nachdem die Firma einen heissen Tipp bekommen hatte. Die Geräte konnten nach der Verhaftung der Täter der Firma zurückgegeben werden. So bleibt den Angeklagten wenigstens erspart, dass sie für den Schaden ein Leben lang bluten müssen. Die Firma stellte keine Zivilforderung.

Die Diebe erklärten, sie hätten ihren Arbeitgeber «aus Geldnot» bestohlen. Vor Gericht bedauerten sie die Tat und waren geständig. Gerichtspräsidentin Isabelle Wipf fand für die Täter nur ein Wort: «Dreist» seien sie vorgegangen, als sie ihren Arbeitgeber mit dem Diebstahl aufs Kreuz gelegt hätten.

Die Diebe verkauften die Geräte an zwei Hehler und einen Club in Luzern weiter. Diese wussten oder mussten wissen, dass es sich dabei um heisse Ware handelte. Naturgemäss lösten die Täter auf dem Schwarzmarkt nur einige tausend Franken für das Diebesgut, das
satte 300 000 Franken wert war.

Knapp an «unbedingt» vorbei

Der Drahtzieher wurde zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 22 Monaten und einer Busse von 2000 Franken verurteilt. Damit schrammte er haarscharf an einem «Unbedingten» vorbei, was der bisher unbescholtene Angeklagte laut dem Gericht als letzte Warnung verstehen muss.

Einer der zwei Mittäter erhielt eine bedingte Freiheitsstrafe von 16 Monaten, der andere, der aus Reue früh ausgestiegen war, 10 Monate bedingt. Beide wurden wie der Anführer der Bande mit Bussen belegt. Die Verteidiger hatten weniger hohe Strafen beantragt.

Verschieden beurteilte das Gericht das Verschulden der Hehler: Der eine mit einem Deliktsbetrag von 140 000 Franken erhielt eine bedingte Strafe von 12 Monaten. Der andere hatte von den Einbrechern Geräte für 31 000 Franken gekauft und kam mit einer bedingten Geldstrafe von 10 500 Franken und einer Busse von 1000 Franken davon.

Als «kleiner Fisch» wurde ein weiterer ehemaliger Mitarbeiter der Firma zu einer verhältnismässig geringen Geldstrafe verurteilt. Er sackte zusammen mit einem Arbeitskollegen 800 Franken ein, die dem Arbeitgeber gehört hätten. Der Angestellte und sein Mittäter veruntreuten das Geld, das sie beim Rückschub von Alteisen an eine Recyclingfirma erhalten hatten.

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