Pik Lenin
Mit Kopfweh im Paradies

Der Aufstieg der Schweizer Forschergruppe zum Pik Lenin ist kein Kinderspiel: Die Bergsteiger klagen über Kopfweh, Übelkeit, Atemnot und Herzrasen.

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Lenin

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Aargauer Zeitung

Die 30 Testpersonen mit einem Dutzend Forschern und Bergführern sind im ersten Hochlager auf 4400 Metern Höhe angekommen. Aber: «Der Eintritt ins Gletscherparadies ist nicht gratis», heisst es zum «unglaublich schönen, aber harten Pamirgebirge in Kirgistan. Alle wussten, dass es kein Spaziergang werden würde, doch die lebensfeindliche Höhe lässt auch die 13 Aargauer ihre Grenzen spüren.

Alles raubt Kraft und Energie

«Unsere Zelte stehen auf einer Gletschermoräne, wir sind umgeben von Abbrüchen, weissen Gipfeln und betörender Ruhe», schreibt Tommy Dätwyler, Presseleiter der Swiss-Expedition. Die erste Nacht auf 4400 Metern war für viele sehr kalt und auch unangenehm lang: «Kopfweh, Übelkeit, Atemnot und Herzrasen waren ungeliebte Begleiter. Die Sauerstoffsättigung im Blut hat deutlich abgenommen, die kleinste Arbeit ist aufwändig und anstrengend: Das Mätteli aufpumpen, den Rucksack ins Zelt stellen oder auch nur der Gang ins Essenszelt rauben Kraft und Energie. Schwindelgefühle und Atemnot prägen jede Tätigkeit, Zeitlupentempo ist angesagt. Wer sich nicht daran hält, büsst unmittelbar danach», heisst es zu den Strapazen der Bergsteiger.

Kühlschrank und Backofen

Die Pamir-Expedition ist schon im ersten Basislager auf 3600 Metern von zehn Zentimetern Neuschnee überrascht worden. Sieben Stunden dauerte der Aufstieg ins erste Hochlager, hier sind die Nächte eiskalt, «tagsüber fühlt man sich in einem Backofen». Weiter: «Entweder man friert oder man schwitzt, entweder nimmt man Sonnencreme oder hat in kürzester Zeit einen Sonnenbrand.» Dennoch gehe es den Umständen entsprechend allen gut, das Team um Andreas Huber vom Kantonsspital Aarau und Jacqueline Pichler vom Spital Langenthal konnten vollständige Blutproben sammeln. Die Expedition will zwischen dem 8. und 10. August mit möglichst vielen Teilnehmern den 7134 Meter hohen Pik Lenin erreichen. (mz)

www.swiss-exped.ch