Mit Hochuli ist gut Kirschen essen

Regierungsrätin liess die Kirschenhymne singen: Susanne Hochuli im Chor mit den Frauen vom Stenz-Hof. (Fritz Thut)

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Regierungsrätin liess die Kirschenhymne singen: Susanne Hochuli im Chor mit den Frauen vom Stenz-Hof. (Fritz Thut)

Am vierten Aargauer Chriesifescht, dem ersten südlich des Juras, liessen sich neben Regierungsrätin Susanne Hochuli rund 1500 Besucher in Leutwil über die moderne Tafelkirschenproduktion informieren.

Fritz Thut

Die Tafelkirschenplantage des ehemaligen Leutwiler Gemeindeammanns Max Stenz war Schauplatz des vierten Aargauer Chriesifeschts.

Zahlreiche Attraktionen rund um den Hof wie Streichelzoo, Chriesisteinspucken (die Bestweite betrug über 14 Meter), Info- und Verkaufsstände sowie eine Festwirtschaft und eine Kaffeestube sorgten für Unterhaltung.

Im Mittelpunkt standen jedoch die Führungen durch die vor vier Jahren eingerichtete Tafelkirschenanlage (AZ vom 16. Juni 2009 und 15. Juli 2008) am Hang Richtung Boniswil. Immer zur vollen und zur halben Stunde konnten sich die Besucher unter kundiger Leitung durch die 110 Aren grosse, gegen Wetterschäden und Vogelfrass gedeckte Anlage führen lassen.

1500 Personen («wir wollen nicht übertreiben», so Max Stenz) liessen sich bis zum Abend informieren. Nicht nur Landwirtkollegen, auch «viele Konsumenten zeigten Interesse», zog Stenz am Abend zufrieden Bilanz zu «einem gelungenen Fest».

Regierungsrätin als Dirigentin

Begonnen hatte der Anlass mit einem Apéro für geladene Gäste, wobei sich die Gastgeber vom Verband Aargauer Obstproduzenten (VAOP) von der Präsenz von Regierungsrätin Susanne Hochuli angetan zeigten.

Während VAOP-Präsident und Gastgeber Stenz vor lauter Vorbereitung kaum Zeit fürs Aufsetzen einer Rede gefunden hatte und sich mit der Schilderung vom Übergang vom Milchwirtschaftsbetrieb zu Pferdepension und Tafelkirschenproduktion beschränkte, holte Hochuli gross aus und schwenkte bis ins Mittelalter zurück.

Damals waren die Kirschen noch wertvoller als heute und zuerst nur dem Adel vorbehalten. Kirschendiebstahl galt auch später als grosser Frevel, denn die früheste Frucht hatte für die Bauern nach dem harten Winter eine existenzielle Bedeutung: Endlich konnten wieder Einnahmen erzielt werden.

Als Verbindung zu ihrem Departement könnte sie natürlich eine Verbindung von Kirschen und Gesundheit «herbeireden», doch eigentlich wolle sie nur «den schönen Tag geniessen». Und dazu gehört nach Ansicht Hochulis der Gesang. Flugs verteilte sie Notenblätter und liess die Versammelten die «Kirschenhymne» singen: «Chumm, mir wei ga Chrieseli günne, weiss am en Ort gar grüseli vil . . .»

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