Mettauertal

Mit gesundem Menschenverstand entscheiden

Mettauertal, die flächenmässig grösste Gemeinde im Kanton, startet 2010. Damit der Start optimal über die Bühne gehen kann, sind die Vorbereitungen in vollem Gange. Einbezogen in diese Arbeiten ist auch der neu gewählte Gemeinderat Peter Weber. Er freut sich auf die Herausforderungen, welche die Fusionsgemeinde mit sich bringen wird.

Susanne Hörth

Die sieben Gemeinderatsmitglieder von Mettauertal treten ihr Amt offiziell erst mit dem Start der Fusionsgemeinde, und somit am 1. Januar 2010 an. Dennoch ist die Wahl des Gemeinderates bereits am letzten Sonntag erfolgt. Dies unter anderem, damit sich das Gremium bereits aktiv in die laufenden Umsetzungsarbeiten einbringen kann. Denn es gilt, bis Ende Jahr noch viel vorzubereiten, das weiss auch Peter Weber. Er wird der neuen Gemeinde als Gemeindeammann vorstehen.

Sie wurden vor einer Woche mit 96 Stimmen Vorsprung zu Ihrem Mitbewerber Robert Keller zum Gemeindeammann von Mettauertal gewählt. Wie war Ihre erste Reaktion?
Peter Weber: Erleichterung, Freude und Befriedigung.

Nachdem sich diese ersten Emotionen etwas gelegt hatten, was ging Ihnen da alles durch den Kopf?
Weber: Seit fünf Jahren denke ich fast täglich in irgendeiner Weise an das neue Gebilde Mettauertal. Ich sehe die vielen Themen, welche wir noch erledigen müssen. Und ich habe schon grossen Respekt vor dieser tollen, aussergewöhnlichen Aufgabe.

Haben Sie in den vergangenen Tagen Reaktionen aus der Bevölkerung der fünf Partnergemeinden erhalten?
Weber: Ja, täglich bekomme ich Gratulationen und gute Wünsche, auf der Strasse beim Einkaufen oder per Mail. Die Reaktionen sind durchs Band sehr positiv. Viele freuen sich mit mir.

Sie haben das Fusionsprojekt Mettauertal von der ersten Stunde an aktiv mitbegleitet, dabei intensive, spannende und ärgerliche Momente erlebt. Wenn Sie eine Rangliste der spannendsten Ereignisse erstellen müssten, wie würde diese Liste aussehen?
Weber: Einer der spannendsten Momente war für mich die erste Gemeindeversammlung im September 2007, als wir in Wil über den Zusammenschluss abgestimmt haben. Damals war übrigens Gansingen noch dabei. Da war der Ausgang offen und ich war sehr nervös. Die Freude über das Ja war bei mir gross.

Was hat Sie am meistern geärgert?
Weber: Ärger gab es keinen. Oder vielleicht dies, dass wir die ganzen Vorbereitungen für den Gemeindezusammenschluss nach dem Ausstieg von Gansingen nochmals machen mussten.

Sie sind Gemeindeammann einer noch gar nicht existierenden Gemeinde. Bei der laufenden Umsetzungsphase werden Sie und die anderen gewählten Gemeinderäte bereits aktiv mitwirken. Welches sind hierbei wichtige Geschäfte?
Weber: Dazu gehören unter anderem die Vorbereitung aller Reglemente und des Budgets 2010. Wir müssen weiter den Verwaltungszusammenzug vorbereiten. Die Ressortverteilung der Gemeinderäte muss ebenso vorgenommen werden. Zu den weiteren Geschäften gehört auch der Umzug der Verwaltung nach Oberhofen. Vorbereitet werden muss der Entscheidungsprozess für das neue Wappen.

Wie ist der Stand bei diesem Wappen?
Weber: Der beauftragte Heraldiker hat zwischenzeitlich verschiedene Varianten präsentiert. Am 15. Juni wird die Bevölkerung der fünf Gemeinden zu einem Infoabend in Oberhofen eingeladen. Zum einen werden an jenem Abend die gesetzlichen Anforderungen für ein solches Wappen aufgezeigt. Zum anderen sollen sich die Menschen von Mettauertal aber auch mit ihren Ideen einbringen können.

Das Fusionsprojekt Mettauertal hat aufgrund der Anzahl der beteiligten Gemeinden einen Pioniercharakter im Kanton.
Weber: Ja, dem ist so.

Das bedeutet aber auch, dass Sie als Oberhaupt der neuen Gemeinde auf keinerlei Erfahrungswerte zurückgreifen können. Ist das für Sie ein Problem?
Weber: Nein, eher eine spannende Herausforderung, Wir haben stets mit gesundem Menschenverstand entschieden und, wie ich glaube, gute Entscheidungen getroffen. Der Freiraum ist dadurch natürlich auch grösser, weil vieles nicht vorgegeben ist.

Als bisheriger Gemeindeammann von Wil wissen Sie, was ein solches Amt an Zeit und Arbeit verlangt. Können Sie zum heutigen Zeitpunkt abschätzen, ob es für Mettauertal noch mehr Aufwand bedarf?
Weber: Die Funktion Gemeindeammann wird zirka einen Tag pro Woche in Anspruch nehmen, dazu noch diverse Sitzungen und Anlässe, welche man einfach besuchen sollte.

Nimmt dieser Aufwand eher zu oder ab?
Weber: Dadurch, dass wir in diesem Jahr den Zusammenschluss umsetzen und in Wil noch eine grosse Schulanlage bauen, wird der Aufwand in den nächsten Jahren eher geringer als 2009.

In einem früheren AZ-Interview haben Sie gesagt, dass sich der neue Gemeinderat nach seiner Wahl in einem ersten Schritt erst einmal finden und ein Team bilden muss.
Weber: Das ist richtig.

Die Bevölkerung erwartet aber vor allem eine Gemeindeführung, die sich geschlossen für die Gemeindegeschäfte einsetzt. Wie soll dieser Spagat bewältigt werden?
Weber: Das sage ich Ihnen in einem Jahr. Nein, Spass beiseite. Das Risiko bei einer Zusammenarbeit mit sechs bisherigen Gemeinderäten ist überschaubar.

Wo glauben Sie, dass der Gemeinderat noch grosse Hürden zu meistern hat?
Weber: Bei den Finanzen, in der Komplexität der Aufgaben und im Aneignen von Wissen aus allen Ortsteilen. Diese flächenmässig grösste Gemeinde im Aargau muss von uns zuerst mal richtig kennen gelernt werden.

Mettauertal besteht ab 2010 aus fünf Ortsteilen. In der Region Mettauertal gibt es aber noch eine weitere Gemeinde: Gansingen. Wie sehen Sie die Zukunft mit dieser Nachbargemeinde?
Weber: Es wird in verschiedenen Bereichen Zusammenarbeit geben und wir werden ein verlässlicher aber auch selbstbewusster Partner sein.

Was wünschen Sie sich für sich, das ganze Gemeinderatsteam, aber auch für die Gemeinde Mettauertal?
Weber: Ein harmonisches Miteinander mit vielen unterschiedlichen Meinungen, die zum Entscheidungsfindungsprozess beitragen, eine Gemeinde, die wächst und die bestehenden Schulanlagen belebt, und einen Steuerfuss unter 110 Prozent.

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