Michel Sutter

Es hätte nicht viel gefehlt, da wäre es zwischen dem FC Schlieren und Centro Lusitano zu einer handfesten Auseinandersetzung gekommen. Eine Viertelstunde vor Ende der ersten Halbzeit stürmten Betreuer beider Teams aufeinander los und mussten von ihren Kollegen zurückgehalten werden. Eine symptomatische Szene für eine giftige, bisweilen unfaire Partie, in der sich beide Teams viele Fouls leisteten. «Meine Spieler sind ständig provoziert worden», meinte Schlierens Trainer nach dem Spiel. «Mit Fussball hat das nichts mehr zu tun. Centro war sehr aggressiv.»

Von der Aggressivität ihres Gegners liessen sich die Schlieremer offensichtlich beeindrucken. So verloren sie mit zunehmender Spieldauer auch die Kontrolle über das Spiel und verwickelten sich immer öfter in Wortgefechte mit Gegenspielern und dem Schiedsrichter. «Ich habe ein gewisses Verständnis für die Reaktion meiner Spieler», meinte Studer. «Aber klar, das hat uns aus dem Konzept gebracht. Wir sind Centro in die Falle getappt.»

Allerdings liess Schlieren auch gute Möglichkeiten ungenutzt. So hätte Dolium dem Spiel in der 60. Minute beinahe eine andere Wendung geben können, wenn er mit seinem satten Schuss statt der Latte das Tor getroffen hätte.

Vorentscheidung statt Wende

Anstelle des Ausgleichs zum 2:2 fiel dann aber zehn Minuten später das 1:3. Es war die Vorentscheidung in einem Spiel, in dem die Schlieremer nicht auf Touren kamen. Auch, weil Beat Studer sein Team auf mehreren Positionen umstellen musste. «Mir fehlen momentan 12 Spieler», erklärte der Trainer. «Viele haben auf Positionen gespielt, auf denen sie zuvor nie gespielt haben.»

Könnte es auch sein, dass seine Mannschaft nicht mehr so motiviert war, da es im zweitletzten Spiel für Schlieren um nichts mehr ging? «Das lasse ich nicht gelten», meinte Studer. «Man muss auch in solchen Spielen die richtige Einstellung zeigen.» Das Problem sei vor allem die unnötige Hektik gewesen, die wegen der vielen Diskussionen aufgekommen sei. Für Studer nicht nachvollziehbar. «Es ging ja auch für Centro um nichts mehr», meinte er. «Sie haben sich ja den Verbleib in der 3. Liga gesichert.»

Nun hofft Studer, dass seine Mannschaft im letzten Spiel noch eine Reaktion zeigt. Am Sonntag spielt sie gegen Dietikon. Und Studer gibt schon mal die Marschrichtung vor. «Dieses Spiel wollen wir unbedingt gewinnen», sagt der Trainer des Tabellenzweiten.