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Mit den Raben auf Erfolgsflug

Kein Unglücksrabe: Peter Flückiger ist mit seinen Raben erfolgreich. (ag)

Rabe

Kein Unglücksrabe: Peter Flückiger ist mit seinen Raben erfolgreich. (ag)

Das Oltner und das St. Galler Naturmuseum haben ein gutes Händchen bewiesen, sich mit dem Raben zu befassen: Nun hat sogar eine St. Galler Gemeinde in Anlehnung an die Ausstellung einen Rabenweg realisiert.

Adriana Gubler

Peter Flückigers Raben aus der Sonderausstellung «Raben - Schlaue Biester mit schlechtem Ruf» fliegen weit umher: Nachdem die Wanderausstellung von den Naturmuseen Olten und St. Gallen erarbeitet worden war, wanderte sie durch die ganze Schweiz, von Olten über Chur, Solothurn, St. Gallen und Wurzach (D) bis nach Eriskirch (D). Und seit dem 23. September hat die Gemeinde Untereggen im Kanton St. Gallen ihren eigenen Rabenweg, dafür hat sie sich der Informationstafeln der Wanderausstellung bedient und daraus 18 Posten gemacht.

Der Rabe - der Übermensch

Der Initiator der Ausstellung und Museumsdirektor des Oltner Naturmuseums, Peter Flückiger, reiste bereits in die Ostschweiz und sah sich den Rabenweg vor Ort an. Sein Eindruck: «Wunderschöne Landschaft, sympathisches Dorf, wirklich sehr schön.» Auf dem 6,3 Kilometer langen Rundweg geben die Tafeln so einiges über die Lebensarten, Angewohnheiten und den nicht immer guten Ruf des rabenschwarzen Tieres preis. Man erfährt zum Beispiel, dass der Rabe für die Indianerstämme Nordamerikas die wichtigste Figur ist, Übermensch und Schöpfer der Erde. Oder dass der Rabe wegen seines guten Gedächtnisses, seiner Lernfähigkeit und seines Urteilsvermögens auf eine Stufe mit Menschenaffen und Delfinen gestellt wird. Das Interesse der St. Galler Gemeinde am Raben rührt von ihrem Wappen her, darin thront stolz das schwarze Federvieh.

Geheimnisvoller Rabe

Dass die Raben-Wanderausstellung schon so weit herumgekommen ist und noch weiter herumkommen wird - sie ist bis im Mai 2012 ausgebucht - macht den Oltner Biologen doch ein wenig stolz: «Ich habe Freude daran. Über den grossen Erfolg war ich aber schon etwas überrascht», gesteht er. Die erfolgreiche Ausstellung sei auch eine Imagepflege: «Es ist gut, wenn man von der Stadt Olten in anderen Kulturstätten hört.»

Den Erfolg unterstreichen die vielen positiven Resonanzen, die Flückiger von den anderen Museen erhalten hat. Das Bündner Naturmuseum konnte beispielsweise über 10 000 Besucher verzeichnen. Auch in Olten kam die Ausstellung mit rund 7000 Besuchern gut an, mag sich Flückiger erinnern. Den
Erfolg der Sonderausstellung erklärt er sich so: «Der Rabe ist geheimnisvoll, fast ein bisschen angsteinflössend - das macht die Leute neugierig.»

Kein Einzelkind

Die Rabenausstellung ist das gemeinsame Kind des Oltner und des St. Galler Naturmuseums. Es ist aber kein Einzelkind. Schon für Ausstellungen wie etwa «Mein Name ist Hase» oder «Krummer Schnabel, spitze Krallen» haben sich die beiden Naturmuseen zusammengetan. Letzteres ist die aktuelle Ausstellung, die im Oltner Naturmuseum zu sehen ist. Bei ihr hat als Dritter im Bunde auch noch die Vogelwarte Sempach mitgemacht. Laut Flückiger ist die Ausstellung über die Greifvögel und Eulen ebenfalls gut angelaufen: «Es kommen viele Schulklassen und Familien, um sie sich anzuschauen.» Die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen lohne sich in vielerlei Hinsicht, sagt Flückiger. Die Arbeit und die Kosten werden durch zwei geteilt. «Aber auch fachlich können wir voneinander profitieren», ergänzt er.

Greifvögel - und dann?

Besonders häufig hat das Oltner Naturmuseum mit jenem aus St. Gallen zusammengearbeitet - meistens mit sehr viel Erfolg. Der Rabe hats vorgemacht, und die Greifvögel haben nachgezogen. Da bleibt einzig die Frage offen, was als nächstes folgt. «Geplant ist noch nichts», sagt Flückiger. Er fügt vielsagend an: «Aber bald haben wir eine gemeinsame Schlussbesprechung.»

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