Interpellation
«Mit dem Abschuss hätte noch einige Tage gewartet werden können»

Der ausgebüxte Flamingo auf dem Flachsee wurde abgeschossen. Der Aargauer Jagdverwalter René Altermatt geriet danach stark unter Beschuss. Nun nimmt der Regierungsrat Stellung und rechtfertigt das Vorgehen der kantonalen Sektion Jagd und Fischerei.

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Anfang dieses Jahres tauchte am Flachsee in Unterlunkhofen ein «bunter Vogel» auf. Der Chile-Flamingo war aus dem Zürcher Zoo ausgebüxt. Das wusste damals aber noch niemand. Die kantonale Sektion Jagd und Fischerei entschied sich den Vogel abzuschiessen. Kurz danach stellte der Zürcher Zoo fest, dass ein Flamingo fehlt. Doch da war es bereits zu spät. Zahlreiche Stimmen kritisierten den kantonalen Jagdverwalter René Altermatt heftig und forderten Antworten.

Einfangaktion wäre technisch zu schwierig gewesen

Gemäss der Stellungnahme des Aargauer Regierungsrats sind die Kantone verpflichtet, gebietsfremde Tiere «zu entfernen». Denn die einheimischen Vögel müssen geschützt werden. Eine Einfangaktion kam nicht in Frage, da diese «als technisch zu schwierig beurteilt wurde». Und hätte zudem das Wasser- und Zugvogelreservat gestört.

Der Regierungsrat räumt aber ein, dass «mit dem Abschuss noch einige Tage hätte gewartet werden können». Doch der Druck auf die Sektion Jagd und Fischerei sei durch die öffentliche Diskussion stark gewachsen und habe ein schnelles Handeln gefordert. «Werden Einzeltiere durch die öffentliche Diskussion personifiziert, wird der Handlungsspielraum stark eingeschränkt».

Heftige Kritik an der Person von René Altermatt

Der kantonale Jagdverwalter René Altermatt geriet unter starken Beschuss. Vor allem, da nur einige Tage nach dem Abschuss bekannt wurde, dass der Flamingo aus dem Zürcher Zoo stammt. Dennoch stützt der Regierungsrat Altermatt den Rücken: «Fehlende Sach-, Sozial- und Emotionalkompetenz kann ihm nicht unterstellt werden.» (skh)

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