Zugunglück

Missachtetes Signal als Ursache des Zusammenstosses am Simplon

Mehrere Waggons hob es wegen der Wucht der Kollision aus dem Gleis

Mehrere Waggons hob es wegen der Wucht der Kollision aus dem Gleis

Bei der Kollision zweier Güterzüge zwischen dem Bahnhof Brig und dem Simplon-Tunnelportal sind in der Nacht mehrere Wagen entgleist. Die beiden Lokführer blieben unverletzt; der Sachschaden ist hoch. Als Ursache wird ein missachtetes Signal vermutet.

Einer der Lokführer habe nach ersten Erkenntnissen ein auf Rot stehendes Signal missachtet, sagte Walter Kobelt, Chef der Unabhängigen Untersuchungsstelle Bahnen und Schiffe (UUS) beim Bund, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Gemäss Kobelt ist es zurzeit nicht möglich, von menschlichem Versagen zu sprechen. Auch ein Bremsversagen komme in Frage. Ermittlungsergebnisse sollten kommende Woche vorliegen.

Die beiden Güterzüge kollidierten vor dem Portal des Simplontunnels. Der Aufprall war derart heftig, dass mehrere Wagen entgleisten. Einer der beiden Lokomotivführer sah den Aufprall kommen und warf sich auf den Boden. Der andere war in der weniger beschädigten Lokomotive.

Bei der Kollision entstand Schaden in der Höhe zwischen drei und fünf Millionen Franken. Neben den Zügen wurden Infrastruktur- und Sicherheitsanlagen beschädigt. Keiner der beiden Züge transportierte Gefahrengut.

Die Bahnstrecke zwischen Brig und Domodossola blieb bis am Abend unterbrochen. Das führte zu Verspätungen und Zugsausfällen auf den Strecken Basel-Mailand und Genf-Mailand. Fernreisende wurden über den Gotthard umgeleitet. Für Lokalreisende standen Ersatzbusse zwischen Brig und Domodossola im Einsatz.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1