Mir begleitet de chli Ritter Daniel uf sinere Reis ufs Schloss Lenzburg

Ansprache Jugendfest Lenzburg 2010 von Andrea Schwager

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Liebi Chind
Liebi Lenzburger
Liebi Jugendfeschtbsuecher vo nah und fern

Mir begleitet de chli Ritter Daniel uf sinere Reis ufs Schloss Lenzburg:

De König Löwenherz vom Schloss Hohenstein hed sich i di schöni Prinzessin Julia vom Schloss Lenzburg verliebt. Si isch es bildhübsches Meitli mit glasklare blaue Auge und goldblondem Haar.

D'Zyt isch cho, dass de König Löwenherz um d'Hand vo de Prinzessin Julia ahalte wott. Er schriibt en Brief und git em chlini Ritter Daniel mit sim Ghilfe, em Sascha de Uftrag, nach Lenzburg ufs Schloss z'riite und de Brief de Prinzessin z'überghä. So ziehnd die beide Richtig Schloss Lenzburg los.

Scho bald stönds amene Hindernis. De Weg füert anere steile Felswand entlang, wo si drüber müend. Em Ross vom Daniel, em Nero wird's ganz schwindlig und er chlappered fescht mit de Zäh. De Daniel macht „Pscht!" Denn de Sascha riitet ihne hinedri und dörf uf gar kein Fall merke, dass die beide vor ihm zue Angscht händ. De Sascha meint: „Do vorn wird's zimlich steil!" Doch de Daniel git cool zrugg: „Do passiert scho nüüt!" Elegant riitet er uf em schmale Weg em Abgrund entlang. Niemerd gseht sin Angschtschweiss und niemerd ghörd am Nero sini Zäh chlappere. Mit voller Bewunderig riited de Sascha und sis Ross, de Felix hinedri.

Bim Mittagshalt rüeft de Daniel uf einisch „Ooooh!" - Er häd voll in es Spinnenetz ineglanged. Und scho wider „Ooooh!" - d'Spinne chrappled über sini Hand ine. De Sascha frögt ganz erstunt: „Was isch au los?" De Daniel: „Ich ich ich han mir nur grad überleid, ob mir echt de Brief für d'Prinzessin vergässe händ?" De Sascha lacht: „De han ich doch bi mir!"

Sie riitet witer. Langsam gaht d'Sunne undere. Es wird Obig, es wird Nacht. De Nero stellt fescht, dass hüt z'Nacht de Mond ned schiint und es stockdunkel isch. I dem finschtere Wald müesse z'übernachte, macht alli vier gar ned glücklich. Sie leged sich is chüele Moos. Ab und zue ghört mer am Nero sini Zäh chlappere. Es isch allne ned mulmig, doch de Daniel versichered mit muetiger Stimm: „Es wird sicher nüüt passiere!"

Am nächschte Morge isch denn doch öppis passiert. - Was dänked ihr, was? - De Sascha häd höchs Fieber und isch fürchterlich vercheltet. Er muess uf em schnellschte Weg ufs Schloss Lenzburg is Bett. De Daniel bschlüsst d'Abchürzig dur d'Höhli vom Drache Fauchi z'näh. De Sascha häd gar kei Freud und au de Daniel schluckt. Mit überzügender Stimm seit er aber: „Sascha du riitisch vorus und galoppiersch blitzschnell dur d'Höhli, ohni Umezluege! Ich chume hinedri und lenke de Fauchi vo Dir ab!" Ghüür isch es em Daniel gar ned, doch er chan de Sascha dervo überzüge und de Sascha, dä bewundered ihn für sin Muet!

Los gaht`s! D'Höhli vom Fauchi chunt immer nächer. „Oh weh, oh weh", süfzd de Nero und au de Daniel schnufed schwer. Umchere gaht nüme! De Sascha nimmt alle Muet zäme und galoppiert dur d'Höhli. Ja, er häds gschafft! Jetzt ghört mer de Fauchi lut schnufe, scho chunt er deher und blinzled schlecht gluned is helle Liecht. Er schloht mit em Schwanz ärgerlich uf d'Stei und fragd zischend: „Was wotsch Du da?" De Daniel erchlärd mit ängschtlicher Stimm, dass er ufs Schloss Lenzburg wott und de Prinzessin de Hüratsatrag vo sim König bringe sött. Jetzt fangd de Fauchi a hueschte, d'Flamme chömed us sim Mul und er seid mit böser Stimm: „Da chunsch Du ned dure!" Em Daniel lauft de chalti Schweiss über de Rugge abe und er git muetig zrugg: „Denn müend mir kämpfe!" De Daniel zieht sis Schwert und richtets direkt uf d'Auge vom Fauchi. Churz wiicht de Fauchi us und schüsst wider uf de Daniel zue. De chli Ritter macht en Satz uf d'Siite und grift vo Neuem a. So gaht das es ganzes Wili lang.

Uf einisch fragt sich de Fauchi schwer schnufed „Muess das eigentlich sie? Wieso reg ich mich so uf? Und wieso kämpfed mir überhaupt? Du wotsch ja eifach dur d'Höhli zum Schloss! Ich bin en alte Drache und s'Kämpfe isch mir fäng z'müehsam - also gang gschwind!" De chli Ritter Daniel isch erliechtered und froh. Er fragt sich aber, wer eigentlich de Siiger isch. „Ich cha doch ned ufs Schloss riite und säge, de Fauchi häd mich eifach so dureloh. Das passt gar ned zumene Ritter!" De Fauchi verstoht s'Problem und gratuliert em Daniel zum Siig! „Als Bewiis für din Siig chasch vo mim Schwanz e Zagge abschniide, das gspüüri ned!

Uf em Schloss acho zeigt de Daniel mit vollem Stolz sini Siegerdrachezagge. Alli bewundered und fiired de chli muetig Ritter! Of em Schloss Lenzburg händ denn alli zäme es Fäscht gfiired und da une i de Stadt fiired mir alli hüt grad au es grosses und schöns Fescht!

Ich wünsch Eui allne zäme es schöns und erlebnisrichs Jugendfescht!

..... und wenn ihr s'nächscht Mal ufem Schloss sind, lueged doch ganz genau, ob em Fauchi e Zagge fehlt!

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