Rheinfelder Brauerei Feldschlösschen nutzt Tiefbrunnen bei Magden
Mineralwasser für Bierproduktion

Reinstes Wasser, das auch wertvolle Mineralien enthält, ist der beste Grundstoff für wohlschmeckende Biere. Seit dem Frühjahr 1989 strömt das kostbare Nass aus der Tiefe des Magdenertals durch Spezialrohre in die Brauerei Feldschlösschen.

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Aargauer Zeitung

Peter Rombach

Die Bierproduktion erfordert jährlich 1,2 Millionen Kubikmeter Wasser. Schon Anfang der Achtzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts beschäftigten sich die Verantwortlichen im Feldschlösschen mit Zukunftssicherung, starteten hydrogeologische Studien und geophysikalische Messungen im Raum Magden, liessen 1983 die ersten Tiefbohrungen ausführen. Die damals fixierten Unternehmensziele standen bereits für Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit: Erhöhung der Versorgungskapazität, langfristiger Schutz des Brauwassers vor zivilisatorischen Einflüssen, Gewährleistung einer möglichst gleichen Mineralisation und damit hohen Qualität. Bei Magden wurden die Experten schliesslich fündig.

Einst Wasser aus der Quellenmatte

Früher bezog Feldschlösschen das Brauwasser aus der Quellenmatte, also jenem unterhalb der Brauerei gelegenen Areal, das unter anderem an die Bahnlinie grenzt. Der Nachteil war allerdings, dass der Grundwasserspiegel zu nahe an der Oberfläche stand. Hinzu kamen in den Siebzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts die Sorgen wegen steigender Nitrat-, Herbizid- und Pestizidbelastungen der Böden. Ausserdem hätte die Havarie eines Gefahrguttransportes - etwa auslaufendes Benzin oder Öl - auf der Eisenbahnschiene in diesem Bereich verheerende Folgen für die Brauerei haben können.

Die Erschliessung der 500 bis 700 Jahre alten, unberührten Wasservorkommen in Tiefen zwischen 248 und 285 Metern sowie der Bau der Infrastruktur dauerten fast sieben Jahre und kosteten Feldschlösschen damals 20 Millionen Franken. Im Mai 1988 sprudelte der erste Brunnen, der zunächst für die Abfüllung von Mineralwasser genutzt wurde.

Calcium und Magnesium gelöst

Knapp ein Jahr später floss auch Brauwasser durch das fünf Kilometer lange Leitungsnetz zur Brauerei. «Insbesondere die gelösten Salze Calcium und Magnesium bestimmen die Qualität des Brauwassers und somit den Charakter des Bieres», weiss Thomas Janssen, Leiter Technik und Umwelt im Feldschlösschen.

Zum ferngesteuerten Versorgungssystem gehört ausserdem ein 1500 Kubikmeter fassendes Reservoir im Bereich «Berg» hoch über der Brauerei, das unter anderem zur Abedeckung von Produktionsspitzen dient; immerhin werden bei Vollauslastung 60 Kubikmeter Wasser pro Stunde benötigt. Unter dem Sicherheitsaspekt ist ferner die Verbindung zum kommunalen Wassernetz zu betrachten.

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