Die Explosion hatte sich am Mittwochnachmittag aus unbekannter Ursache in dem rund 17'000 Einwohner zählenden Ort Tui an der Grenze Spaniens zu Portugal ereignet. "Die Lage ist dramatisch, in Tui sieht es wie in der Hölle aus", hatte eine Sprecherin der Provinzregierung gesagt.

Die erste Leiche - die Überreste einer erwachsenen Frau - war am Mittwochabend gefunden worden. Am Donnerstag bargen die Rettungskräfte den amtlichen Angaben zufolge in den Trümmern des Hauses in der Nähe der explodierten Fabrik auch den toten Ehemann der Frau.

Rund 20 Häuser seien durch die Explosion völlig zerstört, weitere rund 100 beschädigt worden, teilte die Regionalregierung von Galicien mit. In den Trümmern werde nach weiteren Vermissten gesucht, hiess es, ohne eine Zahl zu nennen.

Acht der Verletzten wurden am Donnerstag noch in verschiedenen Spitälern behandelt. In Lebensgefahr schwebe allerdings niemand mehr, hiess es.

Empörung über Untätigkeit

Die Regierung der nordwestspanischen Provinz Pontevedra teilte mit, rund 100 Menschen hätten die Nacht aufgrund der Zerstörungen in Notunterkünften verbringen müssen. Ministerpräsident Mariano Rajoy sprach den Betroffenen seine Solidarität aus und bot auch die Hilfe der Madrider Zentralregierung an.

Die betroffene Feuerwerksfabrik sei illegal betrieben worden, hoben die Behörden hervor. Der Besitzer sei festgenommen worden. "Eine frühere Fabrik des Besitzers war wegen Unregelmässigkeiten geschlossen worden.

Alles deutet darauf hin, dass er seine Produktion heimlich fortgesetzt hat", wurde Tuis Ex-Gemeindepräsident Enrique Cabaleiro in der Zeitung "Faro de Vigo" zitiert. Er verstehe nicht, wieso niemand etwas mitbekommen und den Mann angezeigt habe, sagte Cabaleiro am Donnerstag im Fernsehen. In den sozialen Netzwerken machten Dutzende ihrer Empörung Luft.