Mehrere Menschen wurden aus den Trümmern gerettet. Feuerwehrmann Johnson Maina sagte, seine Kollegen hätten mehrere Menschen aus den Trümmern der Hütten gezogen. Die Menschen hätten geschrien und sich nicht selbstständig befreien können.

Die Lokomotive und die Waggons lagen bei Anbruch der Dunkelheit noch auf der Seite. Mit Schwerlastkränen sollten sie angehoben werden.

Das Unglück ereignete sich am Sonntagmorgen in Kibera, einem der grössten Slums Afrikas. Zehn Menschen, darunter Bewohner der anliegenden Wellblechhütten, wurden in Spitälern behandelt, wie ein Vertreter des Roten Kreuzes sagte. Drei von ihnen hätten nur leichte Verletzungen erlitten und seien wieder entlassen worden.

Noch Schlimmeres befürchtet

Das Rote Kreuz hatte zunächst mit zahlreichen Opfern unter den Trümmern gerechnet. Später sagte ein Vertreter der Hilfsorganisation jedoch, es gebe keine Vermisstenmeldungen mehr.

Offenbar waren viele Menschen nicht in ihren Häusern, weil sie auf Weihnachtsurlaub oder in der Kirche waren. "Aufgrund der Jahreszeit und der Tageszeit waren viele Leute nicht zuhause", sagte ein Anwohner namens Patrick.

Eine Frau, die entlang der Bahnlinie Fisch verkauft, sagte, sie habe gerade Nachschub geholt und sei auf dem Rückweg gewesen, als sich das Unglück ereignete. "Ich weiss nicht, was passiert wäre, wenn ich gerade meinen Fisch verkauft hätte", sagte sie.

Kenias Verkehrsminister Michael Kamau sagte, die Regierung habe die Bewohner von Kibera seit langem davor gewarnt, nicht entlang der Schienen zu bauen, die das Viertel durchqueren. "Sie müssen umziehen, wir können nicht immer wieder solche Unglücke haben." In Kibera leben nach Angaben einer Nichtregierungsorganisation schätzungsweise eine Viertelmillion Menschen.