Sturm
Mindestens drei Todesopfer durch Hurrikan "Harvey" – Wiederaufbau wird Jahre dauern

Durch den Wirbelsturm "Harvey" sind im US-Bundesstaat Texas mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Der Hurrikan schlug am Wochenende eine Schneise der Verwüstung und verursachte schwere Überschwemmungen, befürchtet wurden noch tagelange heftige Niederschläge.

Merken
Drucken
Teilen
Hurrikan «Harvey» richtete grosse Schäden an.
25 Bilder
Hurrikan «Harvey» richtete grosse Schäden an.
Hurrikan «Harvey»
Hurrikan «Harvey» richtete grosse Schäden an.
Hurrikan «Harvey» richtete grosse Schäden an.
Hurrikan «Harvey» richtete grosse Schäden an.
Hurrikan «Harvey» richtete grosse Schäden an.
Hurrikan «Harvey» richtete grosse Schäden an.
Hurrikan «Harvey» richtete grosse Schäden an.
Hurrikan «Harvey» richtete grosse Schäden an.
Hurrikan «Harvey» richtete grosse Schäden an.
Besonders dramatisch war die Lage am Sonntag in der Millionenmetropole Houston. Dort fielen innert 24 Stunden 60 Zentimeter Regen.
Mitglieder der Nationalgarde helfen den Einwohnern.
Mitglieder der Nationalgarde helfen den Einwohnern.
Die US Küstenwache unterstützt die Retter mit Hubschraubern.
Mitglieder der Nationalgarde helfen den Einwohnern.
Mitglieder der Nationalgarde helfen den Einwohnern.
Die Rettungskräfte im Einsatz.
Die Rettungskräfte im Einsatz.
Die Rettungskräfte im Einsatz. epa06167840 A handout photo made available by the US Coast Guard show service members assigned to Coast Guard Air Station Houston responding to search and rescue requests after Hurricane Harvey made landfall in Houston, Texas, 27 August 2017 (issued 28 August 2017. The Coast Guard is working closely with all local and state emergency operation centers and has established incident command posts to manage Coast Guard storm operations. The areas in and around Houston and south Texas are experiencing record floods after more than 24 inches of rain after Harvey made landfall in the south coast of Texas as a category 4 hurricane, the most powerful to affect the US since 2004. Harvey has weakened and been downgraded to a tropical storm and is expected to cause heavy rain for several days. EPA/PETTY OFFICER 3RD CLASS JOHANNA STRICKLAND / HANDOUT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES
Die Rettungskräfte im Einsatz.
Vorboten von Hurrikan "Harvey": Starke Winde blasen in der Hafenstadt Corpus Christi im US-Bundesstaat Texas einen Lastwagen um.
Der Sturm "Harvey" liess Strommasten reihenweise umkippen. Mindestens zwei Menschen starben bei dem heftigen Unwetter.
Schilder warnen in der Hafenstadt Corpus Christi vor Reisen an die texanische Küste. Hurrikan "Harvey" soll in der Nacht zum Samstag (Ortszeit) auf Land treffen.
In Galveston, dem Küstenvorort von Houston in Texas, sind Vorboten von Hurrikan "Harvey" schon angekommen.

Hurrikan «Harvey» richtete grosse Schäden an.

Brett Coomer

"Harvey" hatte Texas am Freitagabend (Ortszeit) mit Spitzengeschwindigkeiten von 215 Stundenkilometern erreicht. Es war der stärkste Wirbelsturm seit mehr als zehn Jahren, der aufs Festland der USA traf.

Im County Aransas kam nach Behördenangaben ein Mensch ums Leben, als während des Sturms in seinem Haus ein Feuer ausbrach. In der Stadt Houston ertrank eine Frau, die sich in den Fluten aus ihrem Auto retten wollte. Daneben gibt es unbestätigte Berichte über mehrere weitere Opfer.

Besonders schwer betroffen war der Küstenort Rockport. "Es gibt hier weitreichende Zerstörungen", sagte Bürgermeister C.J. Wax dem Sender MSNBC. Mehrere Häuser und Geschäfte seien "komplett zerstört" worden. 3000 Angehörige der Nationalgarde sowie der Garde von Texas sind mobilisiert, 250 Fernstrassen geschlossen.

Schlimme Lage in Houston

Anhaltender sintflutartiger Regen führte in vielen Teilen der Stadt Houston zu massiven Überschwemmungen, Auto standen mancherorts bis zu den Dächern im Wasser. Der Internationale Flughafen der viertgrössten Stadt der USA wurde bis auf Weiteres geschlossen. Auch ein Spital wurde evakuiert sowie im nahe gelegenen Dickenson ein Altersheim.

Dem Sender CNN zufolge mussten in der Nacht zum Samstag mehr als 1000 in ihren Fahrzeugen oder Häusern eingeschlossene Menschen in Sicherheit gebracht werden, manche trugen kleine Kinder oder Haustiere in den Armen.

Für weite Teile der Metropole wurde der Springflut-Notstand ausgerufen - die höchste Alarmstufe bei Überschwemmungen. "Diese Lage ist besonders gefährlich", warnte der Nationale Wetterdienst. "Sucht höher gelegene Gebiete auf, jetzt!"

Der zuständige Bezirkssheriff Ed Gonzalez bat die Behörden anderer Städte, mit Booten auszuhelfen. Einwohner wurden aufgerufen, sich nicht auf die Dachböden ihren Häuser zu retten, sondern auf die Dächer, damit sie aus der Luft geborgen werden könnten.

Haushalte ohne Strom

In Texas waren nach Angaben der Versorger rund 230'000 Haushalte ohne Strom. Viele Strassen waren aufgrund von Trümmerteilen und heruntergerissenen Stromleitungen kaum befahrbar.

Das Nationale Hurrikan-Zentrum (NHC) stufte "Harvey" zwar inzwischen vom Hurrikan zum Tropensturm herunter, warnte zugleich aber vor "dramatischen und lebensbedrohlichen Überschwemmungen". In einigen Gebieten seien bereits 50 Zentimeter Regen gefallen, sagte der Gouverneur von Texas, Greg Abbott. Weitere 50 bis 75 Zentimeter Niederschlag seien möglich.

"Unsere Hauptsorge bleiben dramatische Überschwemmungen", sagte Abbott. Vorhersagen zufolge könnte der Wirbelsturm noch vier bis fünf Tage über der US-Golfküste verharren.

Trump-Besuch am Dienstag

Präsident Donald Trump schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, nichts werde dem Zufall überlassen. Die lokalen Behörden und die Bundesregierung arbeiteten "grossartig" zusammen. Vorsorglich hatte Trump auf Ersuchen von Gouverneur Abbott den Katastrophenfall für Texas ausgerufen. Damit können Bundesmittel zur Behebung der Sturmschäden freigegeben werden.

US-Präsident Donald Trump wird am Dienstag das Flutgebiet in Texas besuchen. Das gab das Weisse Haus am Sonntag bekannt. Das Wochenende verbrachte Trump auf dem Präsidenten-Landsitz Camp David. Dort hielt er sich dem Weissen Haus zufolge ständig über die Entwicklung auf dem Laufenden und stand in Kontakt zu den wichtigsten Koordinatoren von Katastrophenhilfen.

"Wiederaufbau wird Jahre dauern"

Vor "Harvey" waren bereits am Freitag hunderttausende Menschen in Sicherheit gebracht worden. Mehrere Gemeinden in Texas riefen die Anwohner auf, ihre Häuser zu verlassen. Auch Ölplattformen im Golf von Mexiko wurden geräumt.

Texas dürfte noch lange unter den Folgen des Sturms leiden. "Der Wiederaufbau nach dieser Katastrophe wird Jahre dauern", sagte der Leiter der US-Katastrophenschutzbehörde Fema, Brock Long, im Sender MSNBC. "Für den Staat Texas wird das eine beispiellos lange und frustrierende Phase."