Mindestens 77 Tote nach Dammbruch bei Jakarta

Rettungskräfte suchen nach Vermissten

Rettungskräfte suchen nach Vermissten

Nach dem Dammbruch nahe der indonesischen Hauptstadt Jakarta ist die Zahl der Todesopfer bis zum Samstag auf mindestens 77 gestiegen. Rettungskräfte und Anwohner suchten auch 24 Stunden nach der Katastrophe in dem überschwemmten Gebiet weiter nach Vermissten.

Polizei und Zivilschutzbehörde gaben ihre Zahl mit 102 Menschen an. Gegen 180 Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt. Am Freitag hatte eine Flutwelle in dem Wohngebiet im Tangerang-Bezirk rund 50 Kilometer südlich von Jakarta mindestens 400 Häuser zerstört.

Die Zahl der Opfer werde voraussichtlich weiter steigen, viele Familien hätten vermisste Verwandte gemeldet, teilte die Behörde weiter mit. Mehr als 1500 Menschen seien obdachlos.

Einige Überlebende hätten die Überschwemmung mit einem Tsunami verglichen. "Unsere Anstrengungen konzentrieren sich darauf, nach den Vermissten zu suchen", sagte Polizist Edi Waluyo. Auch Soldaten und viele Freiwillige beteiligten sich an der Suche.

Der zehn Meter hohe Situ-Gintung-Damm war nach Angaben der Behörden wegen eines ungewöhnlich hohen Wasserdrucks in Folge starker Regenfälle gebrochen. Kritiker erhoben hingegen den Vorwurf, das 1933 errichtete Bauwerk sei nicht gut instand gehalten worden.

Das indonesische Forum für Umwelt erklärte, Anwohner hätten vor dem Unglück über Risse in dem Damm geklagt. Die Regierung in Jakarta habe es versäumt, ein Warnsystem für die Anwohner des Damms einzurichten. Viele Menschen waren im Schlaf von den Fluten überrascht worden, mancherorts stand das Wasser sechs Meter hoch.

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