Millionen gingen durch seine Hand

Fredi Haller ist seit 1974 Finanzverwalter von Sarmenstorf. Am 1. Januar 2010 feiert er seinen 65. Geburtstag. Nun macht er seinem Nachfolger Patrick Bleuer Platz.

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Millionen gingen durch s eine Hand

Millionen gingen durch s eine Hand

JÖRG BAUMANN

Ein Finanzverwalter verrichtet seine Arbeit im Hintergrund. Im Hintergrund blieb auch Fredi Haller in den letzten 35 Jahren als Finanzverwalter in Sarmen-
storf. Haller wuchs in Reinach auf. Nach der Banklehre auf der Bank in Menziken trieb es ihn in die Privatwirtschaft. Mit 29 Jahren entschloss er sich, die Stelle als Buchhalter bei der Wohler Firma Faltex AG aufzugeben und in den Dienst der Gemeinde Sarmenstorf zu treten. Er habe beim Stellenantritt in Sarmenstorf keine gemeindespezifischen Kenntnisse vorweisen können, sagt er. «Das ging damals noch», meint er.

Viele Ämter bekleidet

Haller übernahm in Sarmenstorf unter der Führung von Gemeindeammann Harold Taeschler gleichzeitig die Leitung der Finanzverwaltung und des Steueramtes. Aber er bekleidete noch andere Ämter, wie Gemeinderat Meinrad Baur ausführte: Er leitete auch das Ortsquartieramt und war Stellvertreter des Betreibungsbeamten und Finanzverwalter der Römisch-katholischen Kirchgemeinde. Haller integrierte sich mit seiner jungen Familie in Sarmenstorf schnell. Er wurde Mitglied verschiedener Vereine und war stets bereit, das Amt des Kassiers bei den Jugendfesten zu übernehmen. 96 Millionen Franken an Steuerbatzen gingen in den letzten 35 Jahren quasi durch die Hände von Haller. Mit dem Rechnungsabschluss 2010, den er noch begleiten wird, erreicht er die Marke von 100 Millionen Franken.

1974, bei Hallers Stellenantritt, lebte die Gemeinde Sarmenstorf mit dem hohen Steuerfuss von 135 Prozent und einem Steueraufkommen von 784000 Franken. Heute steht Sarmenstorf mit einem Steuerfuss von 108 Prozent und einem Steuerertrag von fünf Millionen Franken da.

Gemeinderat Meinrad Baur fiel der Abschied vom einsatzfreudigen Finanzverwalter nicht leicht. Der Gemeinderat habe bei seiner Anstellung einen guten Entscheid getroffen. Haller dankte allen für die vorzügliche Zusammenarbeit. Er habe unter fünf Gemeindeammännern gearbeitet und viele Kolleginnen und Kollegen auf der Verwaltung kommen und gehen sehen. Auch mit dem damaligen Gemeindeschreiber Josef Baur arbeitete er gut zusammen. Man redete sich anfänglich noch förmlich mit «Herr Baur» und «Herr Haller» an, bis man zum Du wechselte. «So waren damals die Zeiten», sagt Haller.