Vasella

Militante Tierschützer wieder aktiver

Gewalttätige Tierschutzorganisationen sind in der Schweiz in den vergangenen Jahren verstärkt in Erscheinung getreten. Dies geht aus einem Bericht des Diensts für Analyse und Prävention (DAP) hervor.

Nachdem sich die Lage 2008 - wohl aufgrund von Verhaftungen von hochrangigen Aktivisten in Grossbritannien - zwischenzeitlich beruhigt hat, stellt der Inlandnachrichtendienst für das laufende Jahr wieder «eine Zunahme der Aktivitäten fest», wie DAP Chef Jürg Bühler auf Anfrage mitteilte.

Über eine vollständige Übersicht über die militanten Aktionen verfügt der DAP nach eigenen Angaben allerdings nicht - oder will sie zumindest aus «ermittlungstaktischen Gründen» nicht publizieren. Klar scheint indes, dass die meisten gewalttätigen Anschläge auf das Konto von ausländischen Aktivisten geht. Die Zahl militanter Tierschützer in der Schweiz schätzt Bühler auf «höchstens einige Dutzend».

Zu den aktivsten Tierrechtsmilizen in der Schweiz zählt - neben der in England gegründeten Sammelbewegung Animal Liberation Front (ALF) - die international agierende Organisation Stop Huntingdon Animal Cruelty (SHAC), die sich dem Kampf gegen das Tierversuch-Unternehmen Huntingdon Life Sciences und dessen Kunden verschrieben hat.

Ob SHAC auch hinter den gegen den Novartis- Boss Daniel Vasella gerichteten Anschlägen steckt, wollte der DAP gestern nicht bestätigen. «Bei der jetzigen Faktenlage können wir noch keine Zuweisung an eine bestimmte Tätergruppe machen», so Bühler. Die Vorgehensweise bei den jüngsten Aktionen sei aber ähnlich wie bei zurückliegenden Kampagnen von SHAC im In- und Ausland.

SHAC selbst stritt gestern jegliche Beteiligung an den Anschlägen ab. Der Baselbieter SVP-Nationalrat Christian Miesch fordert derweil, dass die Gruppe SHAC in der Schweiz als «terroristisch» eingestuft wird, wie er gestern der MZ einen «Blick»-Bericht bestätigte. Er wolle zuerst in Erfahrung bringen, ob der Bundesrat in dieser Sache aktiv werde, und allenfalls einen entsprechenden Vorstoss einreichen, so Miesch. Nach den jüngsten Ereignissen rechnet der Politiker fest damit, dass sein Vorhaben Erfolg haben wird. (BAU)

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