Die Migros-Leitung werde sich nun daran machen, dass Projekt im Detail auszuarbeiten und umzusetzen, sagte Migros-Sprecherin Monica Glisenti auf Anfrage. Es werde noch etwa zwei Jahre dauern, bis es soweit sei.

Migros will jedoch Ausnahmen von der Regel zulassen: Vor allem im Non-Food-Sortiment - etwa bei Textilien oder Spielwaren - und im Frischesortiment würden auch in Zukunft die Preise auf den Produkten selber angeschrieben, teilte der Grossverteiler mit.

Mit der Regalanschrift könnten Kosten gesenkt und das gesparte Geld in tiefere Preise investiert werden, wird Ursula Nold, die Präsidentin der Migros-Delegiertenversammlung, im Communiqué zitiert. Auch sei es ökologischer Unsinn, wenn wegen veralteten Preisen, Verpackungen vernichtet werden müssten.

Umfragen bei der Kundschaft hätten zudem ergeben, dass die Preisanschrift am Produkt zwar geschätzt werde, bei der Regal-Preisanschrift aber die Kunden-Vorteile überwiegen würden, schreibt die Migros weiter. So könnten die Preise schneller verglichen werden, ohne jedes einzelne Produkt in die Hand nehmen zu müssen.

Zudem stimme der Preis am Regal mit dem Preis überein, der an der Kasse bezahlt werden müsse. Dies sei durch die unzähligen Preisabschläge in der Vergangenheit nicht immer der Fall gewesen und habe die Kundschaft zusehends verunsichert.

Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) kritisiert indes den Entscheid der Migros-Delegierten. Für die Konsumentinnen und Konsumenten bedeute der Entscheid weniger Transparenz und weniger Überblick.

Wer nämlich die Preise längerfristig vergleichen und im Auge behalten wolle, stehe mit Produkten ohne Preisangabe auf verlorenem Posten.

Bereits heute schreiben Coop und Denner ihre Preise an den Regalen an.