Nur eine dicke Staubschicht auf Autos und Veranden erinnerte an den gespenstigen Mittwoch, als die australische Ostküste plötzlich in dichten roten Nebelschwaden versank und der Verkehr zusammenbrach. Die riesige Staubwolke, die auch die Millionenstadt Brisbane in Staub hüllte, war auf Satellitenbildern deutlich zu erkennen.

Vor den Autowaschanlagen bildeten sich am Tag danach lange Schlangen. Die Behörden hoben vorübergehend die strikten Wassersparvorschriften auf, damit die Einwohner der Staubschicht mit dem Gartenschlauch zu Leibe rücken konnten.

Meteorologen warnten vor weiteren Stürmen in den nächsten vier bis sechs Wochen. Das Hinterland sei derart ausgetrocknet, das heftiger Wind weitere Staubwolken an die Küste bringen könnte.

Der Sandsturm hatte tausende Tonnen roten Sand aus dem Landesinneren aufgewirbelt und an die Ostküste getragen. Die Sicht sank auf wenige Meter, der Verkehr kam teilweise zum Erliegen und zahlreiche Flüge mussten umgeleitet werden.

Das weltberühmte Opernhaus und die Hafenbrücke in Sydney waren von der Mole aus durch die roten Staubwolken kaum noch zu erkennen. Die Menschen hatten sich auf den Strassen mit Schals und Tüchern verhüllt, einschlägige Läden machten einen Reibach mit Gesichtsmasken. Jogger, die vom Sturm überrascht wurden, tauchten zu Dutzenden mit Atembeschwerden in Kliniken auf.

In Birdsville am Rande der 175'000 Quadratkilometer grossen Simpson-Wüste in Zentralaustralien musste ein Mann gerettet werden, der sich bei einer Sicht von nur wenigen Metern verirrte und mit seinem Auto in einer Düne steckengeblieben war.