Der Himmelskörper wurde etwa um 20.50 Uhr über Süddeutschland, Österreich und Teilen der Schweiz beobachtet. Zeugen berichten von einem hellen, grünen Licht, das sich am Himmel in südliche Richtung bewegte. Mehrere Zeugen berichten auch von einem Knall, der zu hören gewesen war.

Meteor gefilmt von Auto-Kamera

Meteorit gefilmt von Auto-Kamera

Auch in der Nordwestschweiz wurde der Meteor deutlich wahrgenommen: «Meine Tochter stand genau um diese Zeit an der offenen Balkontür, als man draussen einen Knall hörte. Und sie sagte, sie hätte eine leichte Druckwelle gespürt», schreibt eine Leserin.

«Der Knall hörte sich wie eine Explosion an», schreibt ein anderer. Eine Leserin wollte gerade Feierabend machen, als sie das Leuchten am Himmel sah: «Draussen sprach ich noch mit Gästen und durfte dem wunderbaren Naturschauspiel beiwohnen.» 

Eine Leserin aus Biberist war gerade mit ihrem Hund spazieren, als der Himmel aufleuchtete. «Es sah atemberaubend aus», schreibt sie. Ein weiterer Leser sass auf seiner Terrasse, als er den Meteor mit «weiss-grünem, hellem "Kopf" mit einem grünlichen, langen Schweif» über dem Reusstalsah. Kurz darauf vernahm er von Süden her ein dumpfes Grollen und eine leichte Vibration, wie er schreibt, «vergleichbar mit einer Sprengung.»

Bei der Polizei in Zürich, im Aargau und in Solothurn gingen Meldungen ein, wie die Schweizerische Nachrichtenagentur bestätigte. Und auch in Süddeutschland wandten sich am Sonntagabend zahlreiche Bürger an die Polizei, weil sie ein helles Licht am Nachthimmel gesehen hatten.

Meteor 3

Meteor-Tweet 1

Meteor 2

Dass Teile von Kometen oder Asteroiden, sogenannte Meteoriden, in die Erdatmosphäre eindringen und hier als Meteore am Himmel ihre Leuchtspuren hinterlassen, geschehe jede Nacht hundertfach, sagte Jonas Schenker von der Fachgruppe Meteorastronomie (FMA) auf Anfrage. Dass der Meteor vom Sonntag allerdings Donnergeräusche ausgelöst habe und am Ende gar aufgesplittert sei, das sei selten.

"Es würde darauf hindeuten, dass er in tiefere Luftschichten vorgedrungen ist", sagte der Ingenieur. In der Regel verdampfen Meteore in 70 bis 100 Kilometern Höhe vollständig. Jener vom Sonntagabend dürfte sich der Erdoberfläche bis auf rund 20 Kilometer genähert haben.

In diesem Falle bestehe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Objekt in den freien Fall übergehe, zu leuchten aufhöre und es zu einem Einschlag komme. Das Himmelsteilchen dürfte beim Eintreten in die Erdatmosphäre etwa faustgross gewesen sein.

Auch bei Mannheim filmte eine Auto-Kamera den Meteor

Auch bei Mannheim filmte eine Auto-Kamera den Meteor

Komet-Tweet

Zum Vergleich: Der Meteorit, der im Februar 2013 im Gebiet Tscheljabinsk in Russland eingeschlagen war, hatte beim Eintreten in die Erdatmosphäre einen Durchmesser von 19 Metern. (cze/sda)

Am 15. Februar schlug ein Meteorit in Tscheljabinsk ein

Am 15. Februar schlug ein Meteorit in Tscheljabinsk ein