Hans Lüthi

Kaum hat die Aktion mit den schönsten Bildern begonnen, stehen schon die ersten Sujets im Netz. Darunter ein prächtiges Landschaftsbild vom Hallwilersee mit Schneebergen im Hintergrund - eine kalenderwürdige Aufnahme. «Bei der Definition des schönsten Ortes denken wir vor allem an Landschaftsbilder - aber nicht nur», sagt Spezialist Armin Meier vom Agis Service Center im Departement Finanzen und Ressourcen.

Denn Schönheit hat viele Facetten und wird subjektiv empfunden, für den Architekten kann eine Überbauung schön sein, für den Jugendlichen Graffiti. «In diesem Sinn kann jedermann seinen Lieblingsort auf einer elektronischen Karte im Internet zeigen», präzisiert Meier.

Zu jedem Foto Beschreibung

Und die Bedingungen zur Teilnahme beseitigen alle Unklarheiten: Zu jeder Foto gehört eine kurze Beschreibung, mindestens ein Titel. Alle Rechte gehen honorarlos an den Kanton über. Zudem dürfen die Gesichter Dritter nicht erkennbar sein, kommerzielle Inhalte werden nicht akzeptiert, unsittliche Bilder gelöscht.

Die Motivation zu dieser aussergewöhnlichen Galerie der schönsten Orte umschreibt der Projektleiter so: «Wir wollen den Leuten zeigen, dass man ohne grosse Kenntnisse einen breiten Fundus an Daten jederzeit abrufen kann», betont Meier. In der Tat ist Agis heute die gelebte Vernetzung von über 20 Fachstellen aus allen Departementen der Kantonsverwaltung. Hunderte von Mitarbeitenden arbeiten täglich damit, es gibt über 1000 Datenebenen und 150 Online-Kartendienste. Zugriff haben aber alle, Architekten und Ingenieure nutzen die Karten, Private sehen die Eignung der Grundstücke für Erdwärme.

An der Spitze

Viel Herzblut hat Agis zu einer Institution gemacht, die heute landesweit an der Spitze steht. «Diesen Geist, diese Leidenschaft spürt man noch immer», sagt als oberster Schirmherr Finanzdirektor Roland Brogli - und lobt zudem die damalige Weitsicht der Regierung. Vor allem die Pioniere Richard Maurer, Gerhard Ammann und Hans-Rudolf

Andris haben der zuerst unbekannten Welt geografischer Informationen Leben eingehaucht. Als Kompensation für verflossenes Herzblut gibt ihnen August Keller vom Agis Service Center je eine grosse Flasche mit rotem Rebensaft. Ein Dank dafür, dass jeden Monat Zehntausende von Menschen im Inland und weltweit via Geoportal in den Aargau kommen. Im Naturschutz ist es dank Agis gelungen, Wirkung und Effizienz zu erhöhen und das auch zu belegen.

Aargau am Meer

Und das Wasser bewegt die Menschen und die Landschaft, «vor Urzeiten sind wir an Land gekrochen», erzählt Gastreferent und Literaturprofessor Alexander Honold - mit Zitaten aus «Molassenmelancholie» und «Der Aargau liegt am Meer».

Fantastisch die gegenwart, noch viel besser die Zukunft. Nach Richard Maurers «Impressionen einer Evolution» blickt sein Nachfolger Norbert Kräuchi, Leiter der Abteilung Landschaft und Gewässer, ins Jahr 2030. Die enorme technische Entwicklung setzt sich fort, «jede Information ist jederzeit für alle auf der Erde verfügbar». Die Mehrweg-Kommunikation reicht bis zum Handy und bringt dem Stadtwanderer auf Schritt und Tritt eine Fülle an Informationen.