Sterbehilfe

Mehrheit der Schweizer befürwortet direkte aktive Sterbehilfe

Eine neue Studie zeigt: Die Schweizer befürworten Sterbehilfe im Sinne der selbstbestimmten Entscheidung über das eigenen Leben.

Sterbehilfe

Eine neue Studie zeigt: Die Schweizer befürworten Sterbehilfe im Sinne der selbstbestimmten Entscheidung über das eigenen Leben.

Eine Mehrheit der Schweizer Bevölkerung ist dafür, die heute verbotene direkte aktive Sterbehilfe gesetzlich zu erlauben. Dies geht aus einer nationalen Studie der Universität Zürich hervor.

Die Bevölkerung in der Schweiz werde immer älter und damit werde es auch immer zu mehr ärztlichen Entscheidungen am Lebensende kommen, sagte Christian Schwarzenegger vom Kriminologischen Institut der Universität Zürich am Donnerstag vor den Medien in Zürich. Die Themen Sterbehilfe und Suizidbeihilfe würden deshalb immer wichtiger.

Das Kriminologische Institut veröffentlichte am Donnerstag die erste nationale Studie dazu. Das Meinungsforschungsinstitut GFK Schweiz befragte im Mai und Juni 1464 Schweizer und Schweizerinnen. Bei den Fragen ging es um sechs Fälle von Menschen, die an einer tödlichen Krankheit im Endstadium leiden. Die Befragten mussten eine rechtliche und moralische Bewertung auf einer Skala von eins bis zehn vornehmen.

Gemäss der Studie würde eine Mehrheit die direkte aktive Sterbehilfe für diese Menschen erlauben. Diese Einstellungen hängen laut den Autoren mit einer positiven Sicht auf das selbstbestimmte Sterben und einer schwach ausgeprägten Religiosität zusammen.

Die Zustimmung zu Suizidbeihilfe und Sterbehilfe variiert aber je nach Fall. So findet etwa der Ernährungsabbruch einer Komapatientin, bei der sich die Angehörigen einig sind, am meisten Zustimmung sowohl in moralischer wie auch in rechtlicher Hinsicht. Sind sich die Angehörigen jedoch nicht einig, ist die Zustimmung der Befragten zur Sterbehilfe am geringsten.

Polarisierte Meinungen

Was sich in allen Fällen zeigt: Die Meinungen gehen auseinander. So finden etwa die Suizidbeihilfe bei einem Alzheimerpatienten über 28 Prozent "völlig richtig", über 22 Prozent hingegen bewerten sie als "völlig falsch".

Einen Konsens zu finden sei bei einem polarisierten Meinungsbild sehr schwierig, sagte Schwarzenegger. Die Regulation müsse gesellschaftlich ausgehandelt werden.

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