louis probst

«Die IG Verkehrssicherheit ist zwar aus einer Elterngruppe hervorgegangen», sagt Sibylle Michel-Bircher vom Vorstand der IG. «Wir möchten aber nicht als Gruppe hysterischer Mütter wahrgenommen werden.» Der Verein IG Verkehrssicherheit Brugg – «wir sind politisch neutral, auch wenn das Thema oft in die linke Ecke abgedrängt wird», betont Sibylle Michel-Bircher – hat sich vor allem den Einsatz für die Verbesserung der Sicherheit der schwächeren Verkehrsteilnehmer – ältere Menschen, Behinderte und Kinder – auf die Fahne geschrieben. Von Verkehrsteilnehmern also, die eines besonderen Schutzes bedürfen.

Auslöser war ein Elternabend

«Den Ausschlag für die Bildung des Vereins IG Verkehrssicherheit hatte ein Elternabend der Regionalpolizei Brugg zu den Themen Verkehrserziehung und Tempo 30 gegeben», sagt Sibylle Michel-Bircher. «Aus einer losen Gruppe ist schliesslich der Verein entstanden. Und je mehr wir uns mit dem Thema der Verkehrssicherheit befasst haben, desto mehr mussten wir feststellen, wie wichtig dieses Thema ist. Es gibt zwar einen Verkehrsrichtplan. Er ist inzwischen aber 17 Jahre alt. Wichtige Fragen sind nicht geklärt. Zudem ist einiges aus dem Verkehrsrichtplan nicht umgesetzt worden.»

Ziel: Eine Verkehrskommission

«Eines unserer langfristigen Ziele ist die Schaffung einer Verkehrskommission, die sich für eine zukunftsgerichtete Verkehrsplanung in der Stadt Brugg einsetzt», betont Sibylle Michel-Bircher.

Eine solche Verkehrsplanung geht nach Ansicht der IG Verkehrssicherheit mit einer innovativen und lebenswerten Stadtentwicklung einher, wie sie im Stadtentwicklungsbericht formuliert ist. In diesem Sinne fordert die IG den Stadtrat auf, das Thema Verkehrsplanung und Verkehrssicherheit aufzunehmen und als Legislaturziel zu formulieren.

Die IG setzt sich zudem für die Schaffung von Tempo-30-Zonen in den Wohnquartieren ein. Höchste Priorität misst sie dabei Tempo-30-Zonen in der Nähe von Schulen sowie Alters- und Pflegeheimen bei.

Bevölkerung soll mithelfen

«Es ist positiv, dass der Stadtrat das Problem der Verkehrssicherheit in der Nähe der Schulhäuser angehen will», stellt Sibylle Michel-Bircher fest. «Es braucht aber eine grossflächigere Betrachtung.» Hier setzt die IG Verkehrssicherheit mit dem Projekt «Meldung von Gefahrenstellen» an. Dieses Projekt will die verkehrstechnischen Gefahrenstellen in der Stadt Brugg eruieren. Dazu sollen möglichst viele konkrete Hinweise aus der Bevölkerung gesammelt werden. An Standaktionen hat sich die IG Verkehrssicherheit vor den Sommerferien an die Bevölkerung gewandt und Angaben über Gefahrenstellen entgegengenommen. Die Aktion soll aber bis Ende dieses Jahres weitergeführt werden. «Die Meldungen werden kategorisiert und in einem Inventar zusammengefasst», erklärt Sibylle Michel-Bircher. «Anfang des nächsten Jahres wird das Inventar – zusammen mit dem Wunsch nach einer Verkehrskommission und einem Verkehrskonzept – den Behörden übergeben.»

www.ig-verkehrssicherheit.ch