SBB
Mehr Sicherheit für S-Bahn-Gäste

Mit einem Präventionszug für Schulen und einer Plakataktion wird bis zum 20. Dezember für ein verantwortungsvolles Verhalten in den S-Bahnzügen und auf den Bahnsteigen geworben. Ausserdem wurde eine Flirt-Komposition auf den Namen «Lörrach» getauft.

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Lörrach

Lörrach

bz Basellandschaftliche Zeitung

Tobias Gfeller

Kräftig schüttelte Lörrachs Bürgermeisterin Marion Dammann die Champagnerflasche. Als der Korken knallte, trafen die Champagner-Spritzer die neu getaufte S-Bahn-Komposition - auch Lörrach «flirtet» jetzt über die Stadtgrenzen hinaus. Die Bürgermeisterin zeigte sich sichtlich angetan von der Ehre, die ihrer Stadt zukam.

Doch auf Gleis 3 des Lörracher Bahnhofs stand weniger die Taufe im Vordergrund, als vielmehr der Start zu einer umfangreichen Präventionskampagne zum Thema Bahnsicherheit. Grenzüberschreitend arbeiten dabei die SBB GmbH, eine Tochtergesellschaft der SBB AG, die deutsche Bundespolizei und die Stadt Lörrach zusammen.

SBB-Tochter betreibt Wiesenbahn

Mit diversen Massnahmen soll auf der Wiesentalbahn (S6) von Basel SBB nach Zell im Wiesental und auf der Gartenbahn (S5) von Weil am Rhein nach Steinen/Schopfheim für ein verantwortungs- und rücksichtsvolles Verhalten in den Zügen und rund um die Gleise geworben werden.

Die Wiesentalbahn wird seit sechs Jahren von der SBB GmbH betrieben. Geschäftsführer Thomas Neff berichtet stolz über die gestiegene Beliebtheit der S6 in den letzten Jahren. «Doch dieser Erfolg hat auch eine Kehrseite. In den Zügen, an den Bahnhöfen und rund um die Gleise stellen wir ein zunehmendes Sicherheitsproblem fest. Wir spüren, dass sich die Bürger vor allem in den Abendstunden nicht mehr sicher fühlen.» Es seien vor allem junge Menschen, die sich und andere mit ihrem Verhalten in Gefahr bringen, sagt Neff. Auch die Anzahl Sachbeschädigungen haben laut Neff zugenommen. «Wir müssen dieser negativen Entwicklung Gegensteuer geben.»

Die Verantwortlichen setzen dabei auf drei Pfeiler: Mit einem Präventionszug der SBB sollen Schüler der Region lernen, wie sie sich im Zusammenhang mit dem öffentlichen Verkehr zu verhalten haben. Von der Aufklärung über die Folgen von leichtfertigen Gleisüberschreitungen über die Verhinderung von Gewalt bis hin zu rücksichtslosem Verhalten in den Zügen, wird den Jungen ein breites Wissen mit auf den Weg gegeben.

Mit einer breit angelegten Plakataktion wird für Verständnis in Gefahrensituationen geworben. Dabei werden wieder die jüngeren Generationen angesprochen. Da die präventive Arbeit alleine nicht genügend weit reiche, wird an den Haltestellen und in den Zügen vermehrt Sicherheitspersonal eingesetzt. «Von Donnerstag bis Samstag ab 21 Uhr wird jeder Zug begleitet. Die Fahrgäste sollen sich wieder sicher fühlen», verspricht Thomas Neff.

Um sie Sicherheit an den Stationen langfristig zu verbessern, ist ferner die Installation von Videoanlagen geplant. Die SBB GmbH richtet dabei ihren Fokus auf kritische Haltepunkte wie Lörrach-Schillerstrasse und Schwarzwaldstrasse sowie Schopfheim.

Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen SBB und Deutschland ist nicht neu. Der Schulzug der SBB war schon an vielen Orten der Bundesrepublik zu Gast. Für Thomas Neff und die SBB sei dies eine Möglichkeit der Intensivierung der Partnerschaft sowie die Generierung von kleineren Mieterträgen durch den Schulzug.