Billeter
Mehr Platz für die Instrumente

Mehr Verkaufsfläche und ein grösseres Sortiment: Das alteingesessene Musikhaus Billeter expandiert. Das Geschäft mit Noten und Instrumenten scheint krisenresistent zu sein.

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Billeter

Billeter

Solothurner Zeitung

Christian Fluri

Seine Augen funkeln fast heller als die vielen Gitarren, wenn er über diese und andere Instrumente spricht: Die Rede ist von Rolf Billeter, Inhaber des Musikhauses Billeter an der Hauptbahnhofstrasse.

Was 1975 mit der Übernahme des vorherigen Musikhauses Cemin begann, findet bis heute seine Fortsetzung - und zwar stetig wachsend. Soeben hat Rolf Billeter seine Laden- und damit Präsentationsfläche um 70 Quadratmeter vergrössert. «Die Kunden wollen einfach mehrere Instrumente einer Art sehen und spielen können», ist er überzeugt.

Die Billeters sind alte Hasen im Geschäft mit der Musik. Rolf Billeters Gross-vater Carl Billeter gründete anfangs der 1920-er Jahre einen eigene Klavier-Fabrikation in Nidau. Zehn Jahre später zog das Geschäft nach Zuchwil um, die Klavierproduktion wurde eingestellt.

Nach dem Umzug nach Solothurn übernahm Carls Sohn Hans Billeter 1952 das väterliche Geschäft und begann wieder Klaviere zu bauen. Die beiden Söhne von Hans blieben im Geschäft, das mittlerweile in zwei eigenständige Firmen aufgeteilt worden ist. Rolf Billeter übernahm 1989 das Musikhaus und Bruder Stefan 1994 das Pianohaus Billeter.

Ein markanter Einschnitt in der Geschichte der Solothurner Musikhäuser war das Verschwinden der «Nummer 1», wie es Billeter ausdrückt. Das grosse Musikhaus «Musik Hug» schloss vor acht Jahren seine Solothurner Filiale. «Da hat sich mein Umsatz glatt verdoppelt», sagt Billeter.

Heute sind sie in der Stadt noch zu dritt, die Musikhäuser. Und alle haben sie sich spezialisiert: Während «Musik Amweg» vor allem auf Blasinstrumente setzt und «Musik Melody» eher auf die in Solothurn sehr verwurzelte Rockszene zielt, orientiert sich Billeter mehr in Richtung Klassik.

«Solchen Schrott verkaufe ich nicht»

In all den Jahren als Musikhändler ist Rolf Billeter anspruchsvoll geworden. «Die Qualität der Produkte ist in den letzten Jahren zwar gestiegen. Doch es gibt auch immer mehr Billigware, die einfach nur schlecht ist. Solchen Schrott verkaufe ich nicht», sagt er entschieden.

Und über die Internet-Konkurrenz mag er sich auch nicht beklagen. «Schliesslich ist mein Fachwissen auch etwas wert. Viele Kunden haben keine Ahnung und brauchen Beratung.»

Der Beweis wird subito angetreten, als eine ältere Dame eine Gitarre für ihren Enkel ersteht. Die abschliessende Frage der Kundin: «Sind die Saiten im Preis inbegriffen?» So schnell wird Rolf Billeter die Arbeit wohl nicht ausgehen.