Wohnen
Mehr Platz für die Bewohner

Das Übergangswohnheim «Balance» hat in Oberburg neue Räume bezogen Weil das alte Haus aus allen Nähten zu platzen drohte, ist das Übergangswohnheim «Balance» in Oberburg umgezogen. Die Bewohner sollen von einer grösseren Lebensqualität profitieren.

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Wohnheim

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Solothurner Zeitung

Julian Perrenoud

Der Umzug war für das Übergangswohnheim der Psychiatrischen Dienste des Regionalspitals Emmental (RSE) eine kurze Angelegenheit: Die neuen Räumlichkeiten in Oberburg liegen nämlich bloss zwei Hausnummern weiter - an der Progressastrasse 23 (zuvor 25). Mit den zwölf Bewohnern, jenen der Psychiatrischen Tagesklinik und der Ambulanten Pflege, war das Wohnheim bisher stark ausgelastet. So stark, dass die Heimleitung beschloss, in das frühere Personalhaus des RSE umzuziehen.

Nun hat es wieder freie Zimmer

Das Haus an der neuen Adresse sieht praktisch genauso aus, wie das an der alten. Nur: die Räume befinden sich im Erdgeschoss. Die Bewohner erhalten dadurch einen direkten Zugang zum Garten. «Die Lebensqualität wird dadurch enorm gesteigert», ist sich Heimleiterin Monique Scheeren sicher. An der Progressastrasse 25 befand sich das Wohnheim «Balance» noch im ersten Stock. Die neuen Räumlichkeiten sind 375 Quadratmeter gross, was gegenüber dem früheren Haus ein Plus von rund 25 Prozent bedeutet. Die Tagesklinik und die Ambulante Pflege bleiben dort nach wie vor stationiert.

Wegen des Umzugs soll der Aufenthalt für die Heimbewohner noch nicht teurer werden. Die Tagespauschale beträgt momentan 85 Franken pro Person. Man werde vorerst beobachten, wie sich die finanzielle Lage am neuen Standort entwickle, sagt Scheeren. «Wir sind sowieso eines der billigeren Heime.»

Das «Balance» hat gegenwärtig drei freie Plätze. Die anderen sind belegt von Erwachsenen, die durch eine psychische Krise oder Krankheit einen Bruch in ihrem Leben erlitten haben. Dadurch können sie vorübergehend nicht mehr in ihr normales Wohn- und Arbeitsverhältnis zurückkehren. Das Übergangswohnheim in Oberburg will ihnen helfen, sich neu zu orientieren. Drei bis vier Jahre verbringen die Bewohner im «Balance». Danach entscheidet die Heimleitung, ob die Person fortan im Ist-Zustand selbstständig leben kann oder eine Dauerbetreuung benötigt.

Neues Wohnkonzept entwickelt

1988 wurde das Wohnheim - damals noch unter dem Namen «Schlössli» - an der Kirchbergstrasse in Burgdorf gegründet. 1990 zog es nach Oberburg, wo es vier Jahre später in «Wohnheim Balance» umbenannt wurde. Die Bewohner müssen beim Eintritt eine mindestens 50-prozentige Tagesstruktur nachweisen können. Da viele der Bewerber über keine solche verfügen, versucht die Heimleitung, individuelle Arbeitslösungen zu finden.

Am neuen Standort soll künftig ein dreistufiges Wohnkonzept zum Tragen kommen: Bewohner mit der Stufe eins müssen intensiv betreut werden. Bewohner mit der Stufe drei hingegen können relativ selbstständig und in kleinen Gruppen strukturiert leben und etwa auch Hausarbeiten verrichten.