Mehr Notfälle aber weniger Tote bei Bergunfällen im Jahr 2008

Mehr Notfälle in den Bergen 2008

Mehr Notfälle in den Bergen 2008

In den Schweizer Alpen und im Jura sind im vergangenen Jahr 2277 Berggänger in eine Notlage geraten, bei der sie die Hilfe der Bergrettung beanspruchen mussten. Die Notfälle nahmen im Vergleich zum Vorjahr erneut zu. Rückläufig ist dagegen die Zahl der Toten.

2007 mussten noch 2154 Berggänger aus einer Notlage gerettet werden. Die Zunahme von rund 5 Prozent im Jahr 2008 sei primär auf mehr Notfälle bei Skitouren (+43 %), Variantenabfahrten (+24 %) und beim Schneeschuhlaufen (+21 %) zurückzuführen, teilte der Schweizer Alpen-Club SAC mit.

Die höheren Notfallzahlen führt der SAC zu einem wesentlichen Teil auf die wetterbedingten, schwierigen Tourenverhältnisse zurück. Davon seien offensichtlich viele Berggänger überrascht worden. Aufgrund starker Schneefälle sei die Skitourensaison 2008 zudem aussergewöhnlich lang gewesen, sagte Ueli Mosimann von der Fachgruppe Sicherheit im Bergsport beim SAC auf Anfrage.

Bei Unfällen beim Bergsport im engeren Sinn kamen im letzten Jahr 104 Personen ums Leben, was einem Rückgang von 15 Prozent entspricht. Dazu gehören alle Aktivitäten, bei denen kein Transportgerät wie ein Gleitschirm oder Mountainbike verwendet wird.

Den Grund für die tiefere Opferzahl sieht der SAC vor allem darin, dass es der Bergrettung in sehr vielen Fällen gelungen sei, Personen aus einer Notlage zu befreien, bevor es zu schwerwiegenden Unfällen kam.

Zu dieser Entwicklung beigetragen habe zweifelsohne das Handy. "Während in früheren Jahren nur sehr gut organisierte Gruppen über ein Notfunkgerät verfügten, hat heute jedermann ein Mobiltelefon bei sich", sagte Mosimann.

Meistgesehen

Artboard 1