Mehr Kapazitäten ab dem Jahr 2015

Der öffentliche Verkehr in Zeiten der Finanzkrise: Grosse Anpassungen an Angebot und Fahrplan sind bis 2012 nicht möglich, bereits initiierte Grossprojekte sollen umgesetzt werden. Dazu gehört auch die vierte Teilergänzung der S-Bahn, die neue Linien und neue Linienbezeichnungen ins Limmattal bringt.

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Limmattaler Zeitung

Matthias Kessler

Die S3 wird zur S11, die S12 bleibt, neu kommt die S19 hinzu - für Pendlerinnen und Pendler zwischen Dietikon und Zürich wird in sechs Jahren einiges, aber nicht alles anders. Mit der Eröffnung der Durchmesserlinie beim Zürcher Hauptbahnhof erhält das Limmattal eine neue S-Bahn-Linie: die S19, die von Muri AG respektive Koblenz AG über den Bahnhof Dietikon und Altstetten nach Zürich und von dort weiter nach Effrektion und Pfäffikon ZH geführt wird.

Damit soll laut Dominik Brühwiler, Leiter der Verkehrsplanung beim Zürcher Verkehrsverbund (ZVV), ab 2015 die Kapazität des öffentlichen Verkehrs gesteigert werden. Und diese Kapazitätssteigerung tut Not: Fürs Limmattal wird bis ins Jahr 2016 eine Zunahme der Nachfrage an Plätzen im öffentlichen Verkehr von 28 Prozent prognostiziert.

Kaum Chancen für neue Buslinien

Ein zusätzlicher Halt der S19 am Bahnhof Glanzenberg oder am Bahnhof Schlieren sei, so Brühwiler an der Präsentation der ZVV-Strategie für die kommenden Jahre gestern Nachmittag in der Hostellerie Geroldswil, nicht möglich. Der enge Fahrplan durch die Durchmesserlinie, an der seit eineinhalb Jahren intensiv gearbeitet werde, lasse weitere Stopps schlicht nicht zu.

Diese Änderungen gehören zur vierten Teilergänzung im S-Bahn-Netz, die in den nächsten Jahren sukzessive umgesetzt werden soll. Daneben kommt es auch auf der Strecke von Birmensdorf über Urdorf an den Zürcher Hauptbahnhof zu Anpassungen. Anstelle der S15 wird ab 2015 die S14 zwischen Affoltern am Albis und Hinwil verkehren; die Hardbrücke wird auf diesem Kurs nicht bedient. Und statt der S9 fährt künftig die S5 von Zug über Birmensdorf und Urdorf nach Uster und weiter bis nach Rapperswil.

Vor dem Hintergrund von Finanzkrise und Rezession und aufgrund der bereits in der Umsetzung befindlichen Grossprojekte sind weitere Anpassungen am Fahrplan bis ins Jahr 2012 unwahrscheinlich. Fürs Limmattal stehen bis dahin für einen Ausbau des Angebots insgesamt 200 000 Franken zur Verfügung. Diese sollen unter anderem für die Beseitigung von Kapazitätsengpässen auf der Linie 321 zwischen dem Bahnhof Urdorf und dem Industriegebiet Bergermoos eingesetzt werden.

Keine Chance für den Weinberg-Bus

Dem Spardruck ganz zum Opfer fallen jene Angebote, die derzeit von Dritten finanziert werden, in der Hoffnung, künftig ins offizielle ZVV-Angebot aufgenommen zu werden. Dazu gehört beispielsweise die Buslinie 325. die den Dietiker Bahnhof mit dem Weinberg-Quartier verbindet; sie wird noch bis im Dezember 2010 von der Stadt Dietikon finanziert.

Preiserhöhung 2010 wahrscheinlich

ZVV-Direktor Franz Kagerbauer verteidigte an der Orientierung in Geroldswil zudem die angekündigten Preiserhöhungen für Fahrkarten in der Höhe von einem bis drei Prozent (siehe Ausgabe vom 13. Mai). Die Tarifaufschläge seien «kein Schnellschuss, sondern absolut konform mit der Strategie des Verkehrsverbunds, politisch breit abgestützt», so Kagerbauer. So werde einerseits die Leistung des ZVV laufend verbessert, andererseits müsse man auch die Teuerung berücksichtigen. Die Erhöhung sei frühestens auf den Fahrplanwechsel im Dezember 2010 möglich, müsse noch durch die Vernehmlassung und von Verkehrs- und Regierungsrat abgesegnet werden. Und: Man habe seit 2004 alle zwei Jahre Anpassungen bei den Ticketpreisen vorgenommen.

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