Mehr als bloss Drahtesel

«Veloplus» bietet in Basel ein Fachgeschäft für alle, die es im Sattel gerne etwas bequemer haben Der Treffpunkt für Abenteurer und solche, die ihr Velo nur im Alltag verwenden, ist «Veloplus». Hier gibt es neben dem passenden Sattel auch den guten Tipp. Nur eines gibt es nicht: Velos.

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Von Daniel Aenishänslin

«Veloplus» ist der Veloladen, in dem es keine Velos zu kaufen gibt. Tatsächlich, denn darum geht es nicht. Die Firma mit Sitz in Wetzikon und Filialen in Emmenbrücke, Ostermundingen und seit zehn Jahren in Basel hat sich spezialisiert. Auf alles, was Velofahrer brauchen. Bis hin zum Ergometer für den heimischen Fitnesskeller.

«Natürlich kann jemand einen Rahmen kaufen und ihn bei uns zu einem Velo vervollständigen», sagt Kim Weibel, Leiter der vier Filialen, «aber das ist in der Regel zu kostspielig». Von den 8000 Produkten im Angebot wird jedes Preissegment abgedeckt. Zu «Veloplus» kommt, wer den richtigen Sattel für sein Becken oder die seinen Ansprüchen entsprechende Ausrüstung sucht. Vieles kann getestet werden.

Ein falscher Sattel kann Schmerzen oder Taubheit verursachen. «Veloplus» bietet eine individuelle Sattel-Analyse sowie die Möglichkeit, sich im Extremfall einen persönlichen Sattel anfertigen zu lassen. Der Test-Knüller aber steht in Emmenbrücke, wo Kunden im Monsun-Labor ihre Kleidung Wind und Wetter aussetzen können. «Solche Innovationen sind ein wichtiger Beitrag unserer mitdenkenden Mitarbeiter», lobt Weibel.

Der 49-jährige Weibel macht einen durch und durch austrainierten Eindruck. Er ist selbst Biker mit Leib und Seele. Wie alle, die für «Veloplus» arbeiten. «Man muss mit dem Velovirus infiziert sein, sonst fehlt einem das Grundwissen», erklärt Weibel, «zudem sollte man ökologisch - nicht links - denken».

Das ökologische Denken zieht sich sichtbar durch die Basler Filiale. Das Parkett besteht aus Bambus, der in der Natur schnell nachwächst. Statt im glänzenden Chrommantel präsentieren die Regale ihre Waren in Stahlgestellen. «Wir achten auch darauf, wie viel Energie nötig ist, um sie herzustellen», sagt Weibel.

Die Energie, sich fortzubewegen, bringt die Kundschaft von «Veloplus» selbst auf. Dabei handelt es sich um Leute, die mit dem Velo zur Arbeit fahren, aber auch um solche, die Touren um die Welt planen. Neben Karten, eigenen Erfahrungen und Fachliteratur bietet «Veloplus» auf seiner Homepage die Erfahrungsberichte anderer Reisender. Ob Kathmandu, Kongo oder Kaukasus - mit zwei Rädern alles kein Problem.

Ebenso wenig Probleme habe «Veloplus» mit der aktuellen Wirtschaftskrise. «Zumindest wurden wir bislang davon verschont», sagt Weibel. Vielleicht komme sie «Veloplus» gar entgegen. «Wir haben Kunden, die statt eines neuen Autos einen Kinderanhänger fürs Velo kaufen», sagt Kim Weibel. «Im Nahverkehr ist und bleibt das Velo eines der besten Fortbewegungsmittel.»