Buch schreiben
Mathe wird zum Spass

Nicht alle Schüler fanden die Idee, ein Buch zu schreiben, toll. Jetzt sind sie aber alle stolz.

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Möhlin 5. Klasse

Möhlin 5. Klasse

Aargauer Zeitung

Nadine Böni

Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Rebekka Melone schrieben die Schüler der 5. Klasse des Schulhauses Fuchsrain in Möhlin ein Buch. Während fünf Monaten jeweils einmal in der Woche hat die Klasse am Buch gearbeitet. Jeder Schüler hat für das Buch eine Geschichte geschrieben. Die besten elf Geschichten wurden dann ebenfalls von den Schülern überarbeitet. Entstanden ist ein Buch mit Kurzgeschichten zum Thema Zahlen und Rechnen.

Die Idee, mit ihren Schülern Bücher zu schreiben, hatte Rebekka Melone schon vor einiger Zeit. «Diese Idee existiert schon seit meiner Ausbildung», erzählt sie. Gleich mit ihrer ersten Schulklasse hat Melone die Idee dann ein erstes Mal umgesetzt. Das Buch «SOS - Du bist gefragt» ist bereits das dritte solche Buch.

Ein Zusatzaufwand

«Trotzdem kann ich nicht einfach sagen: Ich weiss jetzt, wie das läuft», sagt Rebekka Melone. «Ein Buch ist immer ein Zusatzaufwand.» Allerdings ein Zusatz, den Melone gerne auf sich nimmt: «Ich bin von dem Projekt überzeugt, weil die Kinder dabei Fortschritte machen.»

Buch-Vorstellung

Das Buch «SOS - Du bist gefragt» erscheint in einer Auflage von 500 Exemplaren im Verlag Einfach Lesen. Buchpremiere ist heute Abend um 19 Uhr im Steinli-Chäller Möhlin.

Viele bekämen eine andere Einstellung zum Schreiben. «Der Druck der Noten ist weg. Trotzdem bekommen die Schüler ein Feedback der Lehrperson», erklärt Melone. Ausserdem sei das Schreiben ein Miteinander. «Kinder, die normalerweise nicht so viel miteinander zu tun haben, lernen sich besser kennen. Es entstehen also auch soziale Kontakte», weiss Melone.

Stolze Schüler

Die Schüler selber hätten anfangs mit gemischten Gefühlen auf die Idee ihrer Lehrerin reagiert, erzählt Rebekka Melone. «Diejenigen, die gerne schreiben, freuten sich natürlich. Andere, die weniger gerne schreiben, waren eher skeptisch. Bei einer Abstimmung hiess die Klasse das Projekt aber schliesslich gut.» Das Fazit der Schüler widerspiegelt Melones Eindruck.

«Anfangs dachte ich, dass das Projekt langweilig wird», erklärt einer der Schüler und fügt an: «Aber die fünf Monate sind wie im Flug vergangen.» Jetzt sei er stolz, ein Buchautor zu sein. Dem stimmen seine Klassenkameraden einstimmig zu: «Eine Autorin zu sein, ist wunderbar. Ein tolles Gefühl», meint ein Mädchen. Auch ihre Lehrerin Rebekka Melone ist mit dem Resultat zufrieden: «Das Buch aus Kurzgeschichten ist sicherlich gut gelungen.»