Maria Rohr wohnt nach 55 Jahren wieder in Aarau – ohne zu zügeln

Vor 55 Jahren sträubte sie sich, von Aarau nach Rohr zu ziehen. Seit dem 1. Januar ist Maria Rohr wieder Aarauerin beziehungsweise Aarau-Rohrerin.

Merken
Drucken
Teilen
Maria Rohr

Maria Rohr

Stadtanzeiger Aarau

Überall gehe sie hin, nur nicht nach Rohr, war sie damals überzeugt. Und dann war sie mit ihrem Mann, durch den sie auch noch den Namen Rohr erhalten hatte, doch nach Rohr gezogen. 1954 bezogen sie ein Haus im Grünen, damals noch mit freier Sicht auf Aarau, von wo sie nicht hatte wegziehen wollen.

Woher diese Abneigung gekommen war, kann die 90-jährige Dame auch heute nicht sagen. Denn eine waschechte Aarauerin war sie nicht, eine Städterin auch nicht. Und Rohr kannte sie vorher gar nicht. Zu ihrer grossen Überraschung fühlte sich Maria Rohr in Rohr wohl. «Ich habe mich hier sofort zuhause gefühlt.»

Damals sei Rohr noch ein richtiges Dorf gewesen mit den typischen alten Häusern, die an die Ein-Kuh-Betriebe erinnerten, die den Arbeitern zusätzliches Einkommen gaben. Mit den Jahren wichen diese neuen Wohnbauten. Auch den Blick nach Aarau versperrten bald Mehrfamilienhäuser. Rohr und Aarau wuchsen zusammen.

Maria Rohr war vor ihrer Heirat - ihr Gatte Werner ist vor bald 17 Jahren gestorben - Lehrerin in Strengelbach. In Rohr war sie eine umsichtige Schulpflegerin. Während ihrer Amtszeit wurde die Sekundarschule gegründet.

Maria Rohr hat neun Grosskinder und 18 Urgrosskinder. Sie lese sehr gerne, sagt sie. Vor allem Bücher mit geschichtlichem Hintergrund. Und sie schreibt gern Briefe. Nun, Maria Rohr hat ein wichtiges Stück Geschichte der Gemeinde Aarau-Rohr mitgeschrieben. (Kel)