Die Schwester des Opfers, Giovanna M. äussert sich gegenüber dem «Blick»: «Ich weiss nicht mehr was ich tun soll, bin erschöpft, verzweifelt.» Der Tag, an dem ihr Bruder von seiner Frau erschlagen wurde, jährt sich morgen zum siebten Mal - und noch immer steht kein Prozesstermin fest.

Laut Anklageschrift soll die Frau von Giuseppe am 23. März 2003 im Schlafzimmer erst «mindestens zehnmal» mit einem Bügeleisen und dann mit einem Stepper auf den Kopf ihres Ehemannes eingeschlagen haben.

Ein Gutachten entlastet die Frau, sie habe «in Todesangst, völlig ausser sich» gehandelt. Aber die Untersuchungen am Schädel des Opfers haben auch ergeben, dass sie ihrem Ehemann «33 Quetschwunden am Scheitel und am Hinterkopf» zugefügt hat.

Die Frau ist wegen Totschlags angeklagt. Die Schwester des Opfers sagt: «Die Anklageschrift liegt seit genau zwei Jahren beim Amtsgericht Olten. Es hat immer noch keinen Prozess gegeben. Das ist ein Skandal! Ich verstehe das nicht. Wir alle leiden.»

Das Amtsgericht Olten bestätigt dem «Blick», dass noch kein Prozesstermin feststeht. Noch im Oktober 2008 sagte der Amtsgerichtsschreiber: «Die Beweisfristen sind abgelaufen. Der Prozess wird Anfang nächstes Jahr stattfinden.» Doch seither ist wieder über ein Jahr vergangen. Das Amtsgericht Olten verteidigt sich, es seien noch verschiedene Abklärungen in Auftrag gegeben worden. Zudem sei noch ein ergänzendes medizinisches Gutachten eingeholt worden.

Die Frau des Opfers scheint sich sicher zu sein, dass sie nicht ins Gefängnis wandert. Unter ihrem ledigen Namen hat sie vor kurzem ein eigenes Beauty-Studio im Dorf eröffnet, wie der «Blick» weiss. Sie sagt auch, als der «Blick» vor ihrem Geschäft antrifft: «Soll ich mein Leben etwa aufgeben?»