Schlosshotel

Luxushotel Brestenberg – die Hoffnung stirbt zuletzt

Das ehemalige Schlosshotel Brestenberg in Seengen steht weiterhin leer und wartet auf einen «Erlöser».

Schlosshotel Brestenberg

Das ehemalige Schlosshotel Brestenberg in Seengen steht weiterhin leer und wartet auf einen «Erlöser».

Heute vor exakt zwei Jahren keimte für das ehemalige Schlosshhotel Brestenberg in Seengen Hoffnung auf: Im Beisein von Land- und Gemeindeammann wurde ein Wiederbelebungskonzept für den «Brestenberg» präsentiert. Doch ums 200-Millionen-Projekt für ein Luxushotel wurde es ruhig.

Von Fritz Thut

Im Januar 1981 schloss das Schlosshotel Brestenberg über dem Hallwilersee für immer die Tore. Die Anlage, einst als «Kaltwasserheilanstalt» eine Institution von europäischem Ruf und später Schauplatz von opulenten Hochzeits- und andern Festen der Aar(g)auer Schickeria, versank in einen tiefen Dornröschenschlaf.

Wiederbelebungsversuche gab es seither etliche. Der jüngste Anlauf wurde heute vor zwei Jahren genommen. Am 4. April 2008 wurde im Gemeindehaus Seengen verkündet, dass der Besitzer, der Winterthurer Immobilienmagnat Bruno Stefanini mit seiner Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte, zwei Initiatoren die Kompetenz für die Ausarbeitung eines Projekts erteilt hatte.

Ein Luxushotel soll für rund 200 Millionen Franken innert weniger Jahren entstehen. Dies verkündeten damals Rolf Möri (Architekt in Willisau) und Albin Lang (Unternehmensberater in Wohlen) und übernahmen die Aufgabe, entsprechend potente Investoren zu finden.

Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten war und ist dies kein leichtes Unterfangen. Selbst wenn man beim vor den Medien gross inszenierten Startschuss den Dank und Glückwünsche des Aargauer Landammanns Peter C. Beyeler und dem Seenger Gemeindeammann Nelli Ulmi entgegennehmen durfte. «Endlich tragen meine jahrelangen Bemühungen Früchte», verbreitete Beyeler damals viel Optimismus.

Inzwischen wurde es ruhig um das Projekt. Gemäss Gemeindeammann Ulmi hat die Standortgemeinde Seengen «seit vielen Monaten nichts mehr in dieser Sache gehört». In der Region machte bereits das Gerücht die Runde, der damals gross angekündigte Vertrag zwischen den Initiatoren und dem Brestenberg-Besitzer sei klammheimlich ausgelaufen.

Dem widerspricht der Aargauer Baudirektor Beyeler: «Der Vertrag wurde abgeschlossen für die Ausarbeitung eines Projekts zur weiteren Nutzung des Schlosses Brestenberg. Er gilt bis zum Vorliegen einer rechtskräftigen Baubewilligung.»

Davon ist man gegenwärtig weit entfernt, obwohl gemäss «Realisierungsplan» auf der eigens hochgeschalteten, aber lange Zeit nicht mehr aktualisierten Internet-Homepage www.schlosshotelbrestenberg.com das Baubewilligungsverfahren aktuell kurz vor dem Abschluss stehen müsste.

«Konkrete Projekte liegen zurzeit aber noch keine vor», räumt der Landammann ein, zeigt sich aber weiterhin zuversichtlich, dass eine Lösung gefunden werden kann: «Wir stellen unsere guten Dienste zur Verfügung, damit das Schloss Brestenberg bald aus seinem Dornröschenschlaf erwacht und seinen Beitrag an die touristische und wirtschaftliche Bedeutung der Region Hallwilersee leisten kann.»

«In ein bis zwei Monaten sollte der Vertrag unter Dach und Fach sein», teilt Rolf Möri zum zweiten Jahrestag der Ankündigung die Zuversicht des Regierungsrats: «Wir sind schwer am Verhandeln.» Er räumt ein, dass die Suche nach derart viel Geld in einem derart schwierigen Umfeld nicht einfach ist: «Im Immobiliensektor tummeln sich allerhand Leute», ist eine Erkenntnis, die er in den letzten zwei Jahren gewonnen hat.

Vielfach sei es darum gegangen, «die Spreu vom Weizen zu trennen». Gewollt hätten einige, die dann aber nicht gekonnt hätten. Die Liegenschaft verkaufen hätte man mehrmals können, doch sei der vom Interessenten in Aussicht gestellte Nutzen nicht zonenkonform gewesen: «Es handelt sich hier um eine Hotelzone und nicht um eine Jagdschlösschenzone.»

Ob der neueste Verhandlungspartner unterschreibt und bezahlt, wird sich weisen. Beim Dornröschenschloss dauerte es bis zur Erlösung 100 Jahre.

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