Nachdenklich

Lunik-Frontfrau Jaël hätte gerne die Leichtigkeit anderer Leute

Die Berner Sängerin Jaël (Archiv)

Die Berner Sängerin Jaël (Archiv)

Unzählige Menschen können nachts oft nicht einschafen, weil der Denkmotor noch läuft. Diesen Zustand kennt auch Lunik-Sängerin Jaël (30). In diesen Momenten hätte sie gerne «diese Leichtigkeit anderer Leute, die Dinge einfach annehmen können, wie sie sind».

Sie sei ein nachdenklicher Mensch, sagt die Sängerin in der "Berner Zeitung". "Ich sinniere gern und hinterfrage eher zu viel als zu wenig. Das nervt machmal grauenhaft." Langsam werde es aber besser. Irgendwann merke man, dass man mit schlaflosen Nächten die Welt auch nicht ändern könne.

Früher habe sie Songs nur dann schreiben können, wenn es ihr schlecht gegangen sei, sagt Jaël, die mit bürgerlichem Namen Rahel Krebs heisst. "Wenns mir gut geht, gehe ich noch heute lieber raus, anstatt Songs zu schreiben." Deshalb werde es von ihr wohl nie einen fröhlichen Partysong geben.

Heute sei sie aber professionell genug, dass sie zum Songwriting nicht immer in einer Lebenskrise stecken müsse, so die Bernerin. "Ich weiss, wie sich Schmerz anfühlt, auch wenn ich gerade einen guten Tag habe. So ist heute nicht mehr jeder Song autobiografisch."

Selbstfindung bezeichnet Jaël denn auch als etwas Zweischneidiges im Popmusikgeschäft. "Einerseits sollte man nachdenklich und sensibel sein, um bewegende Songs zu schreiben. Andererseits ist ein dickes Fell nötig, um sich abzugrenzen und auch mal Nein zu sagen." Diese Stärke habe sie sich erst erarbeiten müssen.

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