Lilly-Anne Brugger

Am Waldrand von Hellikon, unterhalb des Neulig, stecken entlang einem Waldweg zahlreiche Bambusstöcke in der Wiese. Die darangebundenen Fähnchen flattern im Frühlingswind. Diese Markierungen sind das erste Ziel von Josef Hasler und Ernst Schlienger. Die beiden Helliker Gemeinderäte sind auf ihrer «Vermessungstour»: Sie kontrollieren von den Geologen vorgegebene Punkte, um herauszufinden, ob das Gelände unterhalb der mysteriösen Löcher in Bewegung ist.

Mit einem langen Messband prüfen Hasler und Schlienger, ob der kleine Abhang unterhalb des Waldweges abgerutscht ist. An drei verschiedenen Stellen messen sie nach. «Hier hat es sich wieder um einen Zentimeter verändert», sagt Josef Hasler, der die Mess-Ergebnisse in einer Liste notiert. Seit die beiden Gemeinderäte das Gebiet kontrollieren, gab es immer wieder Veränderungen - allerdings nur um wenige Zentimeter. Hätten sich grössere Verschiebungen ergeben, wäre sofort der Geologe beigezogen worden.

Auffällige Erdhügel

Das zweite Ziel der beiden Gemeinderäte ist ein fast zugewachsener Waldweg etwas oberhalb des ersten. Hier, mitten im Wald, zeigt Ernst Schlienger immer wieder auf Punkte, die von den Geologen als auffällig eingestuft worden sind. Dabei handelt es sich oft um kleine Erdhügel, die auf den ersten Blick harmlos aussehen, auf den zweiten Blick aber durchaus auf eine Bewegung im Hang hindeuten könnten. «Wären nicht die beiden Löcher auf dem Neulig entstanden, würden diese Erdhügel heute gar nicht auffallen», meint Schlienger. In der Zwischenzeit stochert Josef Hasler mit einem Stock in einer Grube, die sich am Wegrand geöffnet hat. «Das Loch hier ist noch gleich tief wie bei der letzten Kontrolle», stellt er fest.

Schliesslich kommen die beiden Gemeinderäte während ihres Kontrollgangs auf dem Neulig bei den beiden mysteriösen Löchern an. Vom starken Wind der letzten Tage sind die roten Absperrungen in Mitleidenschaft gezogen worden. Als Erstes richten die beiden diese wieder auf. Anschliessend wenden sie sich den Rissen auf der Strasse zu, die direkt an den Löchern vorbeiführt. Am vergangenen Samstag, als der letzte Schnee auf dem Neulig weggeschmolzen ist, hat Josef Hasler die Risse markiert und im Abstand von zehn Zentimetern Schrauben in den Asphalt gedreht. So können Hasler und Schlienger nachmessen, ob sich die Risse vergrössern.

Blick in die Krater

Schliesslich wagen sich die beiden Gemeinderäte ganz nah zu den beiden Kratern. «Das Gebiet direkt um die Löcher hat sich um etwa 80 Zentimeter abgesenkt», sagt Ernst Schlienger. Ein Riss im Boden, der sich vor einiger Zeit gebildet hat, ist durch die Regenfälle der letzten Zeit fast unsichtbar geworden. Trotzdem schauen sich Hasler und Schlienger das Gelände ganz genau an und wagen auch einen Blick in die beiden Löcher. «Schau mal, da ist etwas abgebrochen», meint Ernst Schlienger. Josef Hasler entdeckt im grösseren Loch einen Riss, der in den nächsten Tagen wohl noch mehr Erdmaterial in die Tiefe fallen lässt.

Mit diesem Blick ins Erdinnere ist der Kontrollgang der beiden Gemeinderäte abgeschlossen, sie haben keine grossen Veränderungen festgestellt. Doch nächste Woche wird wieder der Geologe eine genaue Messung durchführen. Dann entscheidet sich, ob die Strasse neben den Löchern weiterhin gesperrt bleibt.