Hotel

Lieber Wohnungen als noch ein Hotel

Zollfreilager: Tausend Wohnunge sollen entstehen. (Visualisierung zvg)

Zollfreilager

Zollfreilager: Tausend Wohnunge sollen entstehen. (Visualisierung zvg)

Von Hauptbahnhof bis Hardturm schiessen Hotels in die Höhe, nicht aber auf dem Areal des Zollfreilagers Albisrieden. Hier setzt man auf Wohnungen.

Alfred Borter

In der Europaallee beim Hauptbahnhof, im Mobimo-Turm und im Hard Turm Park sind Hotels geplant oder im Bau. Auch auf dem Areal des Zollfreilagers hatte man sich mit entsprechenden Plänen befasst, doch werden diese nicht weiterverfolgt, wie Geschäftsführer Andreas P. Lerch gegenüber dieser Zeitung erläuterte. Hotelprojekte gebe es nachgerade genügend, er hingegen setzt auf Wohnungen.

Rund tausend sollen es einmal sein, und zwar für ein gemischtes Publikum, wie Lerch erwähnt. Man möchte Menschen aus allen Bevölkerungsschichten Wohnraum bieten. Senioren sollen eine Bleibe finden wie auch Studierende, für die 200 Zimmer vorgesehen sind. «Wir machen sicher nicht tausend Luxuswohnungen», betont Lerch, eine gute Durchmischung sei ihm wichtig.

Verzögerung droht

Die Projektierung droht nun aber ins Stocken zu geraten. Dann nämlich, wenn der Gemeinderat eine Motion der Alternativen Liste gutheisst, welche verlangt, dass ein öffentlicher Gestaltungsplan ausgearbeitet wird. Dieser soll unter anderem vorschreiben, dass ein Drittel der Wohnungen den Richtlinien des gemeinnützigen Wohnungsbaus entsprechen soll.

Andreas P. Lerch findet, dieser Vorstoss missachte den Volksentscheid von Ende 2008, der die Umzonung mit einem Ja-Anteil von fast 80Prozent genehmigte. Die Eigentümer des Areals, welche Wert auf nachhaltiges Bauen legen, möchten mithilfe eines privaten Gestaltungsplans, der vom Stadtrat festgesetzt werden müsste, grünes Licht für ihre Neuüberbauung erhalten. Mit Bauen beginnen möchte man 2012, ab dem Jahr 2014 wäre es möglich, die ersten Bauten zu beziehen. «Dieses Ziel ist allerdings recht sportlich», bemerkt Lerch.

Nicht höher als 40 Meter

Um die Sachlage nicht unnötig zu komplizieren, hält sich das Konzept an die allgemein gültigen Regeln der Bauordnung und verzichtet darauf, Sonderbauvorschriften in Anspruch zu nehmen. Man baut zum Beispiel nicht höher als 40 Meter; es soll drei Häuser mit dieser Höhe geben, die übrigen Gebäude werden als Langhäuser ausgestaltet. In den Erdgeschossen will man Geschäfte für den täglichen Bedarf unterbringen, auch ein Kindergarten und ein Hort sind vorgesehen. Auch für die jetzt im Areal untergebrachte Behindertenwerkstätte wird es erneut einen Platz geben. Weiter wird dem Grünraumkonzept ein wichtiger Platz eingeräumt, und Bewohner wie Passanten werden sich kreuz und quer durch das Areal bewegen können. «Offene Räume statt Zäune», lautet die Devise.

Falls der private Gestaltungsplan zur Makulatur würde, weil die Stadt der Eigentümerschaft einen öffentlichen aufzwingt, wären laut Lerch die Auswirkungen sehr ungünstig. Es wäre fraglich, ob die nötige Rentabilität dann noch zu erreichen wäre. «Auf jeden Fall würde das Projekt stark verzögert.» Er hofft daher, dass die Motion der Alternativen Liste beim Gemeinderat nicht auf Zustimmung stösst.

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