Der 65-jährige Chef der anglikanischen Kirche in den USA zitierte in der St. George's Chapel auf Schloss Windsor Martin Luther King und sprach über die heilsame Wirkung der von Sklaven gesungenen Spirituals - Meghans Mutter stammt von Sklaven ab. Während so manches Mitglied des Königshauses während des Gottesdienstes leicht irritiert bis befremdet wirkte, erntete Curry im Internet begeisterte Reaktionen.

"Wir müssen die Kraft der Liebe entdecken", zitierte Curry die US-Bürgerrechtsikone Martin Luther King. "Und wenn wir das tun, werden wir aus dieser alten Welt eine neue Welt erschaffen können. Liebe ist der einzige Weg." Die Liebe sei eine "echte Macht - eine Kraft, um die Welt zu verändern", sagte Curry, der während seiner lebhaften Rede immer wieder weit mit den Armen ausholte und seine Worte mit bewegtem Minenspiel und akzentuierenden Pausen unterstrich.

Doppelt so lang als geplant

Zuschauer, die den Gottesdienst ausserhalb der Kapelle auf Videoleinwänden verfolgten, reagierten amüsiert angesichts einiger verkniffen dreinschauender Royals und Gäste, die von der anglikanischen Mutterkirche in Grossbritannien eher eine gewisse liturgische Sprödheit gewöhnt sind. Prinz Harry und sein Braut fing die Kamera dagegen ein, wie sie ein Grinsen unterdrückten.

Der Pastor selbst räumte anschliessend ein, dass seine 13-minütige Predigt etwas zu lang ausgefallen sei. Nach seiner Planung hätte sie eigentlich nur sechs Minuten dauern sollen, sagte er. "Es war dann ein bisschen länger als das, weil da Pausen mit drin waren."

Im Internet gab es nichtsdestotrotz begeisterte Reaktionen: "Ich kann es kaum glauben, dass ein Pastor auf einer verdammten königlichen Hochzeit über Sklaven-Spirituals spricht. Willkommen im 21. Jahrhundert!" schrieb eine Nutzerin.

Curry-Fans können sich die Predigt noch oft anhören. Ein Audiomitschnitt der gesamten Hochzeitsmesse wurde bei verschiedenen Streamingdiensten bereitgestellt. Und die Plattenfirma Decca Records will die Messe mitsamt Currys eindrucksvoller Rede kommende Woche als CD veröffentlichen.

Auch die Twittergemeinschaft fand Gefallen an seiner Predigt, wie nur schon diese sieben Reaktionen zeigen:

(sda/watson/az)

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